AT3T8331
30.12.2020

Wölfe unterliegen Joker

Keine Punkte in Kaufbeuren

Der EHC Freiburg verliert sein letztes Spiel im Jahr 2020 beim ESV Kaufbeuren deutlich mit 2-6 (0-1/3-0/3-1). 0-5 nach Spielwertung.

Head-to-Head
Schaut man sich die Tabelle an, sollte die Verteilung vor dem Spiel klar sein: Der ESV Kaufbeuren (13 Spiele) hängt seinen Erwartungen als Tabellenzehnter noch etwas hinterher, hingegen ist der EHC Freiburg (15 Spiele) als Tabellenvierter voll auf Kurs. In bisher 33 direkten Begegnungen gingen die Schwaben 18 Mal (17 Siege, 1 Sieg in Overtime) vom Eis, die Wölfe kommen hingegen nur auf 15 (13 Siege, je 1 Sieg in Overtime und Penaltyschießen) Siege. Das erste Aufeinandertreffen der Saison ging mit einem knappen 4-3 aufs Konto der Wölfe.

Das Personal
Beim EHC Freiburg steht Simon Danner nach seiner Verletzung wieder im Kader, weiterhin fehlen jedoch Cleverfit-Topscorer Scott Allen, Nikolas Linsenmaier, Luis Ludin und Christoph Kiefersauer. Ebenfalls in Kaufbeuren nicht mit dabei war DNL-Nachwuchsspieler Oleg Tschwanow (überzählig). Aber auch der ESV Kaufbeuren hat mit John Lammers, Stefan Vajs, Fabian Koziol, Leon Van der Tinde und Alexander Thiel eine lange Ausfallliste.

Frühe Schrecksekunde
Das Spiel war keine zwei Minuten alt, als Ben Meisner nach einem Zusammenstoß mit Kaufbeurens Daniel Oppolzer zunächst am Boden liegenblieb. Der 30-Jährige rappelte sich dann aber wieder auf und konnte das Spiel fortsetzen. Nach diesem ersten „Abtasten“ gingen sowohl Wölfe als auch Joker in die Offensive und sorgten für ein schnelles und aggressives Spiel. Bereits in der sechsten Spielminute hatten die Wölfe ihre erste Druckphase, bissen sich im Angriffsdrittel fest, doch zunächst vergab Andreé Hult vor dem Tor und Peter Spornberger platzierte seinen satten Schuss am Tor vorbei. Keine zwei Minuten später machte es der erfahrene Chad Bassen besser: Er spazierte mit der Scheibe über das halbe Spielfeld schnurstracks Richtung Tor, umspielte seine Gegenspieler wie Fahnenstangen und ließ am Ende auch Joker-Goalie Jan Dalgic durch eine Körpertäuschung keine Chance. Auf der Gegenseite scheiterte Kaufbeurens Justus Meyl, der den Puck aus zu spitzem Winkel nicht im Gehäuse unterbringen konnte.

Wölfe verspielen die Führung
Im zweiten Durchgang drückten die Gastgeber ordentlich aufs Gas: Nach knapp fünf Minute scheiterte der britische Nationalspieler Joseph Lewis im Alleingang an Ben Meisner. Die Wölfe gerieten in der Folge in doppelte Unterzahl, ließen den Jokern aber zunächst keine Chance. Erst in einfacher Freiburger Unterzahl schaffte es Kaufbeuren die nummerische Überlegenheit durch Branden Gracel auf die Anzeigetafel zu bringen. Der Ausgleich war mittlerweile verdient, die Wölfe versuchten den Spielstand wieder zu ihren Gunsten zu drehen, doch Cam Spiro scheiterte in der 28. Minute im Alleingang an Kaufbeurens Dalgic, der den Schuss noch aus der Luft fangen konnte. Ab jetzt sollte das Momentum auf Schwabenseite liegen: In der 31. Minute verloren die Wölfe den Puck im eigenen Drittel, Kaufbeurens DNL-Nachwuchsspieler Philipp Krauß bestrafte dies prompt mit dem 2-1. Nur etwa drei Minuten später spielte Kaufbeuren einen schnellen Angriff und Joseph Lewis fälschte einen Schuss von Branden Gracel unhaltbar zum 3-1 ab. Die Wölfe fanden im weiteren Spielverlauf kein geeignetes Mittel um den Spielstand vor der letzten Pause zu verkürzen.

Joker bauen die Führung weiter aus
Auch im Schlussabschnitt gehörte Kaufbeuen die erste Chance, diese blieb glücklicherweise ungenutzt. Begünstigt durch eine Strafzeit gerieten die Wölfe früh in Überzahl und erhöhten den Druck für den Anschlusstreffer. Doch trotz eines guten Powerplays fanden die Wölfe keine Mittel und Wege den Puck im Tor unterzubringen. Bei nummerischem Gleichgewicht machten es wieder die Joker besser: Dennis Pfaffengut stand frei an der blauen Linie und spielte die Scheibe genau auf den Schläger von Tyler Spurgeon, der diesen zum 4-1 nur noch reinhalten musste.

Der Routinier schürt nochmal Hoffnung
Die Joker schalteten nun einen Gang zurück, während sich die Wölfe weiter bemühten, das Spiel doch noch zu drehen. Und dies gelang erneut dem Routinier Chad Bassen, der nach Zuspiel von Marc Wittfoth frei zum Abschluss kam und die Scheibe aus kurzer Distanz ins Netz hämmerte. Der erhoffte Aufschwung blieb allerdings aus, denn die Joker stellten nur knapp zwei Minuten später in Überzahl den alten Torevorsprung durch Philipp Krauß her. Als wäre das nicht genug, traf 60 Sekunden später auch noch Tobias Wörle. Beide Treffer waren clever rausgespielt und kleine Unachtsamkeiten in der EHC-Defensive eiskalt ausgenutzt. In der Folge schafften es die Wölfe nicht mehr zurück ins Spiel zu kommen und gaben sich am Ende mit 6-2 geschlagen.

Pete’s Stimme zum Spiel
„Gratulation an den ESV Kaufbeuren. Sie wollten den Sieg mehr, haben mehr für das Spiel gemacht und waren auch läuferisch besser. Ich bin seit letzter Saison Trainer in der DEL2 und war noch nie so enttäuscht wie heute. Wir haben heute die schlechteste Defensivleistung gezeigt, statt proaktiv zu spielen haben wir immer nur auf die Situation reagiert und zu viele Strafzeiten gezogen. Wir haben zwar viele Ausfälle, aber auch das ist keine Entschuldigung für die aktuelle Leistung. Nichtsdestotrotz  wünsche ich allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und hoffe dann wieder auf bessere Spiele.“

So geht’s weiter
Der EHC Freiburg beendet das Jahr 2020 auf einem guten fünften Tabellenplatz, im neuen Jahr empfangen die Wölfe zuerst die Bayreuth Tigers. Die Oberfranken haben ihr letztes Spiel gegen die Heilbronner Falken mit 3-1 gewinnen können und stehen auf dem 12. Tabellenplatz. Spielbeginn in der Echte Helden Arena ist am kommenden Samstag, den 03.01.2021 um 17:00 Uhr, die Partie wird selbstverständlich auf Sprade.TV übertragen.

Tore:
0-1 (07:01) Chad Bassen (Alexander Brückmann, Simon Danner)
1-1 (27:06) Branden Gracel (Julian Eichinger, Tyler Spurgeon) – PP1
2-1 (30:26) Philipp Krauß (Max Oswald)
3-1 (33:47) Joseph Lewis (Branden Gracel, Julian Eichinger) – PP1
4-1 (45:53) Tyler Spurgeon (Dennis Pfaffengut, Tobias Wörle)
4-2 (52:00) Chad Bassen (Marc Wittfoth, Hagen Kaisler)
5-2 (53:48) Philipp Krauß (Joseph Lewis, Max Lukes) – PP1
6-2 (54:48) Tobias Wörle (Fabian Voit, Tyler Spurgeon)

Strafminuten: Freiburg  16, Kaufbeuren  8
Überzahl-Effizienz: Freiburg 0-4, Kaufbeuren  3-8
Schüsse: Freiburg 31 (9/11/11), Kaufbeuren 29 (8/12/9)
Schiedsrichter: #38 Altmann Patick, #20 Hinterdobler Kilian / #83 Haas Thomas, #93 Milling Christopher
Zuschauer: 0

Die Freiburger Aufstellung:
Meisner (Salvarani)
Spiro, Schiemenz, George / Spornberger, Pageau
Wittfoth, Hult, Billich / Kurz, Brückmann
Cerny, Bassen, Danner / Neher, Kaisler
Trinkberger, Ustorf, Saakyan / Rausch

Zurück

Nächstes Heimspiel

Nächstes Auswärtsspiel