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27.04.2021

Spiel 3 geht an Kaufbeuren

In Spiel drei der Best-of-Five-Serie unterlag der EHC am Dienstagabend dem ESV Kaufbeuren mit 2-5. In der Serie steht es nun 2-1 für die Allgäuer

Neben den bereits bekannten Ausfällen von Saakyan, George, Trinkberger und Spornberger musste Wölfe-Coach Peter Russell auch auf Marvin Neher und Captain Simon Danner verzichten. Dieser verletzte sich am vergangenen Sonntag in Spiel 2 in Kaufbeuren nach einem Ellenbogen-Check von Fabian Koziol, der in Folge für zwei Spiele gesperrt wurde. Für Evan Mosey kam Cam Spiro zurück in die Mannschaft und stürmte nominell an der Seite von Niko Linsenmaier und Chad Bassen in Reihe zwei.

Das erste Drittel – Freiburg überzeugt offensiv wie defensiv
Wie in einem Playoffspiel zu erwarten ließen beide Mannschaften das gegenseitige Abtasten aus: von Minute eins an begegneten sich beide mit einer sehr hohen Intensität. Dem EHC gelang es über die kompletten 20 Minuten den Gegner in allen drei Zonen in Schach zu halten. Sowohl in der eigenen Defensivzone als auch in der neutralen Zone als auch im Angriffsdrittel. In der eigenen Zone agierten die Wölfe extrem kompakt und gaben so den gegnerischen Angreifern sehr wenig Zeit, hochkarätige Chancen herauszuspielen. Somit gelang es den Allgäuern kaum, Ben Meisner zu fordern. Lediglich ansatzweise gefählich werden konnten die Gäste, wenn Rebounds heraussprangen. Trotz recht aggressivem Forechecking der Kaufbeurer konnten sich die Wölfe immer wieder strukturiert befreien und zügig durch die neutrale Zone ins Angriffsdrittel kommen. Dort angekommen spielten die Wölfe schnell, zielstrebig, kreativ und physisch stabil. Zu bewundern war diese physische Stabilität beim 1-0 in der 3. Minute. Billich umkurvte das Gehäuse von Goalie Hötzinger, bediente den im Slot bereit stehenden Scott Allen, welcher sich energisch durchsetzte und aus kurzer Distanz verwandelte. Das 2-0 in der 9. Spielminute entsprang einer kurzen Druckphase, in der es den Wölfen gelang, Konfusion in der Defensive der Kaufbeurer zu kreieren. Dieses Chaos nutzte Marc Wittfoth zu einem clever kalkulierten Schuss auf die lange Ecke, den Hötzinger nur so abwehren konnte, daß die Scheibe genau auf den Schläger des allein stehenden Chris Billich tropfte, der schlußendlich locker einschieben konnte. Durchaus noch höher hätte das Drittelergebnis ausfallen können, da sowohl Linsenmaier (Lattenschuss) als auch Hult (one-timer, starker Save von Hötzinger) in Überzahl in der 10. Minute sehr gute Möglichkeiten für weitere Treffer hatten.

Das zweite Drittel – Hattrick Wörle
Das in Eishockeykreisen viel beschriebene „Momentum“ verschob sich mit Beginn des zweiten Drittels gänzlich zu Gunsten der Gäste aus Kaufbeuren. Personifiziert wurde dies durch ESVK-Stürmer Tobias Wörle. Ihm gelang zwischen der 21. und 30. Spielminute ein lupenreiner Hattrick, inkl. des einzigen Powerplaytreffers des Spiels. Kaufbeuren glückte im Mittelabschnitt plötzlich all das, was im ersten Drittel nicht bzw. auf Seiten der Wölfe funktioniert hatte: konsequentes Defensivspiel, schnelles Umschaltspiel, druckvolles Angriffsspiel. Und der Freiburger Rückstand hätte durchaus noch höher ausfallen können. Unter anderem Joey Lewis hatte völlig frei stehend vor Meisner die große Chance, die Kaufbeurer Führung weiter ausbauen zu können. Das Drittel hätte aber auch einen anderen Verlauf nehmen können. So eröffnete sich Andrée Hult in der 23. Minute beim Stand von 2-1 die große Möglichkeit den Zwei-Tore-Vorsprung wieder herzustellen. Leider scheiterte er aber nach unwiderstehlichem Antritt und Alleingang an Hötzinger, der mit einer schnellen Seitwärtsbewegung dessen Schuss mit der Fanghand abwehren konnte.

Das dritte Drittel – Freiburg versucht alles, Kaufbeuren legt nach
Im letzten Drittel versuchten die Wölfe nochmal mit Macht ins Spiel zurück zu kommen, sahen sich aber routiniert verteidigenden Kaufbeurern gegenüber. Der EHC hatte gute Chancen den Ausgleich zu erzielen. So verpasste Jake Ustorf in der 42. einen Wittfoth-Pass denkbar knapp im Slot, zwei Minuten später konnte Cam Spiro eine Doppelchance nicht verwerten. Eine weitere gute Möglichkeit zum Ausgleich zu kommen bot sich in der 45. Minute, als der EHC ein viertes Mal in Überzahl agieren durfte aber leider daraus kein Kapital schlagen konnte. Die Entscheidung zu Gunsten von Kaufbeuren fiel mittels Doppelschlag in der 49. und 50. Minute. Zunächst fand ein von Gracel abgefälschter Schuss den Weg ins Tor von Ben Meisner, kurz darauf kämpfte Tyler Spurgeon die Scheibe im Fallen aus dem Torraum über die Linie. Dennoch gaben sich die Wölfe nicht auf und versuchten weiterhin ihrerseits noch zu Torerfolgen zu kommen.

Fazit
Den Wölfen war anzumerken, daß die vielen fehlenden Spieler (über die gesamten 60 Spielminuten agierte der EHC mit vier Verteidigern), wie von Coach Peter Russell nach dem Spiel angemerkt, schwer zu ersetzen sind und die Kräfte im Verlauf des Spiels nach und nach schwanden. Auch funktionierte in diesem Spiel das Überzahlspiel nicht wie in den ersten beiden Duellen dieser Serie. Über die gesamten 60 Spielminuten war es aber eine große kämpferische Leistung der Wölfe, die sich zu keinem Zeitpunkt im Spiel auch nur ansatzweise aufgaben. Jedoch bissen sie sich über rund vierzig Minuten an routinierten und mit vier Sturmreihen und drei Verteidigerpärchen angetretenen Kaufbeurern die Zähne aus. Spiel vier steigt am Donnerstag, 29. April in Kaufbeuren. Dort muß der EHC nun unbedingt gewinnen um das frühzeitige Saisonaus zu vermeiden und ein Finalspiel fünf in Freiburg zu erzwingen.

Strafminuten: Freiburg 8 plus 10 Min Disziplinarstrafe für Allen, Kaufbeuren 8
Überzahl-Effizienz: Freiburg 0-4, Kaufbeuren 1-4
Schüsse: Freiburg 22 (10/7/5), Kaufbeuren 23 (7/8/8)
Schiedsrichter: Marcus Brill, Bastian Haupt / Christian Höck, Markus Merk
Zuschauer: 0

Aufstellung:
Meisner (Salvarani)
Allen, Hult, Billich / Kurz, Pageau
Bassen, Linsenmaier, Spiro / Brückmann, Kaisler
Wittfoth, Ustorf, Kiefersauer / Khaydarov, Tschwanow

Foto: Achim Keller

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