spielbericht wsw
25.10.2021

Souveräner Auswärtssieg in Weißwasser

Am Sonntagnachmittag trat der EHC in Weißwasser an und siegte hochverdient mit 2:1

Ein über alle drei Drittel überzeugender Auftritt gelang den Wölfen in der fernen sächsischen Fremde vor 1.685 Zuschauer. Verzichten mussten sie dabei neben Luca Trinkberger auch auf die erkrankten Marcel Kurth und den angeschlagenen Hagen Kaisler. Weiterhin im Freiburger Trikot liefen die beiden Schwenninger Förderlizenzspieler Kai Zernikel und Philipp Feist auf. Sofiene Bräuner stand als siebter Verteidiger auf dem Spielberichtsbogen und kam im Spielverlauf zu Eiszeit, nachdem Scott Allen verletzt ausgeschieden ist.

Das erste Drittel: Freiburg dominiert Drittel eins, trifft aber „nur“ ein Mal
Wer befürchtet hat, daß die sehr unglückliche Heimniederlage vom Freitagabend eventuell Spuren hinterlassen hat, sah sich nach den ersten 20 Minuten erfreulicherweise eines Besseren belehrt. Die Wölfe zeigten eine dominante Leistung im ersten Drittel. Aggressivität in allen drei Dritteln war das Mittel der Wahl: Im Angriffsdrittel ein aggressives Forechecking, im Mitteldrittel Kompaktheit und im Verteidigungsdrittel körperliche Präsenz, die dazu führte, daß die Lausitzer Füchse das Freiburger Tor meist nur aus der Peripherie zu sehen bekamen. Kurzzeitig brenzlig wurde es nur gegen Ende des Drittels während des zweiten Unterzahlspiels des EHC – das erste überstanden sie problemlos. Offensiv boten sich zahlreiche Chancen, die herausgespielt wurden durch ein schnelles Umschalt- und (meist) präzises Passspiel oder durch Scheibengewinne dank des oben bereits erwähnten Forechecking. So hätte der EHC in Person von Danner, Allen, Otten und weiteren das Drittelergebnis noch deutlicher gestalten können. Ein untypisches Powerplaytor gelang Tyson McLellan in der 7. Spielminute zur Freiburger Führung. Untypisch deshalb, weil er sich unwiderstehlich mittels Alleingang aus dem Mitteldrittel ins Angriffsdrittel durchsetzte und schlußendlich auch noch Füchse-Keeper Ancicka ausspielte. Per Rückhand vollende er sehenswert.

Das zweite Drittel: Der EHC diktiert auch im zweiten Drittel das Spielgeschehen. Allen verletzt
Gleich zu Beginn des zweiten Drittels machten die Wölfe deutlich, daß sie da weitermachen werden, wo sie im ersten Drittel aufgehört hatten. So boten sich McLellan und Allen gute Möglichkeiten in der 21. Spielminute. Zahlreiche weitere Chancen sollten folgen ehe Lennart Otten in der 29. Spielminute – man war fast geneigt ein „endlich“ zu seufzen – das 2-0 markierte. Symptomatisch für den bisherigen Spielverlauf war die Entstehung dieses Treffers: Marc Wittfoth gewann die Scheibe gegen zwei Füchse und bediente Lennart Otten, der parallel zur Torlinie frei Bahn in Richtung Ancicka-Tor hatte. Selbigen überwand er mit einem ansatzlosen, trockenen Handgelenkschuss hablboch in die lange Ecke. Quasi aus dem Nichts dann aber die Antwort der Hausherren in der 34. Spielminute. Ein langer Befreiungsschlag fand den Weg zu Quenneville, der Cerveny aus kurzer Distanz freistehend durch die Beine überwand. Trotz dieses Gegentreffers hielten die Wölfe an Ihrem bislang erfolgreichen Matchplan fest und unterbanden, daß die Füchse ins Spiel zurückfanden, hatten dabei aber – zugegebenermaßen – bei einem Pfostentreffer Glück. Schlecht aus Wölfe-Sicht: Mitte des zweiten Drittels wurde Scott Allen von einem Lausitzer-Schlagschuss getroffen und konnte nicht mehr weiter spielen. Seinen Platz in der ersten Reihe nahm daraufhin David Makuzki ein, Sofiene Bräuner rückte für ihn in die dritte Reihe an die Seite von Tschwanow und Kiefersauer und fügte sich nahtlos ein.

Das dritte Drittel: Freiburg passiver aber weiterhin kontrolliert und läuferisch stark.
Erwartungsgemäß ausgeglichener gestaltete sich das dritte Drittel, allerdings gelang es den Lausitzern nur phasenweise, die Wölfe in Verlegenheit zu bringen. Weiterhin agierte der EHC diszipliniert und kompromisslos sowohl im Angriff als auch in der Abwehr und hätte selbst einen dritten oder gar vierten Treffer erzielen können. Die läuferische und vor allem strukturelle Überlegenheit war deutlich zu sehen. Zupass kam den Gästen, daß die Heimmannschaft selbst zwei Strafen in diesem Drittel zog. So sorgte die erste Strafe dafür, daß das aufkeimende Aufbäumen jäh ausgebremst wurde. Die zweite, rund eine Minute vor Schluss, bedeutet, daß die Chancen der Hausherren, doch noch den Ausgleich zu erzielen völlig zunichte gemacht wurden. Ergo fielen keine weiteren Tore in Drittel drei womit der zweite Auswärtssieg und erste Auswärtsdreier Realität wurde.

Fazit: Den Wölfen gelang ein über sechzig Minuten sehr überzeugender Auftritt, der zu hochverdienten drei Auswärtspunkten führte. Sie waren augenscheinlich in allen Belangen überlegen: läuferisch, taktisch, diszipliniert und strukturiert. Mit entscheidend: der EHC traf ein Mal in Überzahl und erlaubte im Gegenzug selbst keinen Treffer in Unterzahl.

Tore:
0-1 (06:28) Tyler McLellan (Jordan George) – PP1
0-2 (28:51) Lennart Otten (Marc Wittfoth, Marvin Neher)
1-2 (33:12) Peter Quenneville (Clarke Breitkreuz, Jens Baxmann)

Strafminuten: Lausitz 10, Freiburg 8
Überzahl-Effizienz: Lausitz 0-3, Freiburg 1-4
Schüsse: Lausitz 18 (6/6/6), Freiburg 33 (11/17/5),
Schiedsrichter: Fynn-Marek Falten, Daniel Ratz / Kenneth Englisch, Markus Paulick
Zuschauer: 1.685

Aufstellung:
Cerveny (Benzing)
Allen, McLellan, George / Kurz, Pageau
Danner, Linsenmaier, Billich / Brückmann, Pokorny
Makuzki, Tschwanow, Kiefersauer / Neher, Zernikel
Wittfoth, Otten, Feist / Bräuner

(Foto: Thomas Heide)

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