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14.03.2021

Sieg im Penaltyschießen in Ravensburg

Der EHC Freiburg hat sein Auswärtsspiel bei den Ravensburg Towerstars mit 4:3 nach Penaltyschießen gewonnen

Seit dem 29. Januar war der EHC nicht mehr punktlos aus einem Spiel gegangen - und diese Serie hielten die Wölfe heute aufrecht! An nervenaufreibende Comebacks hatte sich das EHC-Herz in dieser nun 16 (!) Spiele andauernde Serie bereits gewöhnt - und heute war es wieder soweit: 1:25 standen noch auf der Uhr, als Christian Billich nach einer geschickt eingesetzten Auszeit von Peter Russell das Spiel ausglich.
 
Nach Führungen von 1:0 und 2:1 galt es für den EHC schließlich, einen 2:3-Rückstand aufzuholen, was im Anschluss an einen Bully im Offensivdrittel in der 59. Minute gelang. Nach einer torlosen Verlängerung ging dann somit auch das vierte Duell zwischen Freiburg und Ravensburg in dieser Saison ins Penaltyschießen - wie auch schon in zwei der drei vorherigen Shootouts zwischen Wölfen und Towerstars behielt der EHC hierbei die Oberhand und ging somit mit zwei Punkten zurück in den Breisgau.
 
Die Ausgangslage
Das Duell Freiburg gegen Ravensburg wäre in der vergangenen Saison eine der Viertelfinalbegegnungen der DEL2-Playoffs gewesen, wenn diese Saisonphase nicht der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen wäre - und in genau dieser Situation hätten sich die beiden Teams aufgrund ihrer Tabellensituation vor dem heutigen Spiel befunden, wenn nun bereits die Playoffs begonnen hätten.
 
Während der EHC Freiburg vor dem Spiel 15 Punkte vor den Ravensburg Towerstars lag, so hatten die bisherigen drei Begegnungen - wie bereits erwähnt - doch stets für Spannung gesorgt. Das heutige Duell des aktuell Zweiten zu Gast bei dem aktuell Siebten der Tabelle sollte sich diesem Trend anschließen.
 
Die Freiburger Aufstellung
Heute bekam Enrico Salvarani einen Einsatz im Tor für den EHC Freiburg und gab somit Ben Meisner eine Pause. Unter den Feldspielern fehlte weiterhin Nikolas Linsenmaier und der am Freitag noch überzählige Kontingentspieler Evan Mosey ersetzte heute Cam Spiro in der nominell zweiten Reihe. Ansonsten ließ Peter Russell die gleichen Sturmreihen und Verteidigerpaare wie am Freitag auflaufen.
 
Das Spiel
Ein ausgeglichener Spielbeginn brachte dem EHC in der 8. Minute sein erstes Powerplay ein. Dieses konnte sich in der zweiten Überzahlminute gut etablieren, jedoch keinen zählbaren Erfolg einfahren. Chancen erfolgten vermehrt in den Folgeminuten - und das jeweils über den rechten Flügel: Ein Schlagschuss von Evan Mosey (11.) und ein gefährlicher Querpass von Luca Trinkberger (12.) ließen den EHC an der Führung kratzen.
 
Doch auch auf der anderen Seite des Eises schien zwischenzeitlich der erste Treffer des Spiels in der Luft zu liegen - in der 13. Minute rettete einmal die Querlatte und ein Save mit der Kelle seines Stocks von Enrico Salvarani ließen das Spiel aber letztlich torlos in seine erste Pause gehen.
 
Zu Beginn des zweiten Drittels ließ der erste Treffer jedoch nicht lange auf sich warten - er sollte dem EHC gehören, als Evan Mosey in der 22. Minute in Bandennähe den Puck in Richtung Ravensburger Tor beförderte. Diese scheinbar ungefährliche Situation hatte jedoch einen Abpraller zur Folge, den Chad Bassen zum 1:0 für die Wölfe einnetzte (22.).
 
Das sich kurz darauf anschließende erste Überzahlspiel für die Gastgeber fand bereits nach elf Sekunden ein Ende, als die Towerstars ihrerseits einen Spieler auf die Strafbank schicken mussten. Gegen Ende dieses Vier-gegen-Viers musste Salvarani eine Großchance entschärfen, als er nach einem Scheibenverlust der Wölfe in ihrem eigenen Drittel plötzlich den freistehenden Verteidiger Maximilian Kolb vor sich sah (25.). Direkt nach Ablauf dieser Phase war der Freiburger Schlussmann jedoch machtlos, als die Towerstars einen Drei-gegen-Drei-Konter zum Ausgleich verwerteten (1:1, 26.).
 
Als nur wenige Minuten später die Scheibe ein zweites Mal ihren Weg ins Ravensburger Tor gefunden hatte, war es um den Freiburger Jubel jedoch nur kurz bestellt, denn das Spiel war in einer unübersichtlichen Situation im Ravensburger Torraum bereits abgepfiffen worden. Für zählbaren Erfolg sorgte dann aber Scott Allen, der in Form eines Alleingangs fast genau zur Mitte des Spiels den EHC ein zweites Mal in Führung brachte (1:2, 31.).
 
Dieses 2:1 aus Freiburger Sicht sollte auch den Stand nach dem zweiten Drittel darstellen - und das, obwohl beide Teams die Chance gehabt hatten, den Spielstand vielleicht wegweisend zu verändern: So hätte Oleg Tschwanow mit einem Abstauber fast für eine Zwei-Tore-Führung für den EHC gesorgt (33.) und auf der anderen Seite galt es für die Wölfe, den möglichen Ausgleichstreffer der Towerstars, in deren ersten vollen Powerplay (nachdem das erste nur elf Sekunden gedauert hatte) abzuwenden (38.-40.).
 
Einer solchen Unterzahlsituation sah sich der EHC auch gleich zu Beginn des letzten Drittels gegenüber, als bereits nach neun Sekunden der Pfiff eines der Schiedsrichter ertönte. Dieses überstand der EHC erneut, musste sich aber den nun bissig aufspielenden Ravensburgern in Form eines trockenen Schlagschusses von James Bettauer geschlagen geben - 15 Minuten vor Ende war das Spiel somit wieder ausgeglichen.
 
Dieser Spielstand sollte jedoch nur knapp zwei Minuten Bestand haben - nach harter Körperarbeit im Freiburger Drittel konnte bei den Gastgebern nämlich Vincenz Mayer in Szene gesetzt werden, der nun Ravensburg erstmals in Führung brachte (3:2, 47.).
 
Dementsprechend mussten sich die Wölfe vehement in die Offensive begeben. Diese schien ihren entscheidenden Impuls in einer Auszeit von Peter Russell gefunden zu haben: Als der EHC nämlich gut eineinhalb Minuten vor Spielende ein Bully vor dem Ravensburger Tor vor sich hatte, rief Russell seine Mannen zu sich und schickte sie bei leerem Tor und mit einem zusätzlichen Feldspieler zurück aufs Eis - mit dem Resultat eines Bilderbuch-Treffers: Nach gewonnenem Face-off kursierte die Scheibe über zwei Stationen an der blauen Linie entlang und wurde schließlich von Christian Billich vor dem gegnerischen Tor zum Ausgleich eingenetzt (3:3, 59.). Dem EHC war also sein nächstes Comeback gelungen - im nun sage und schreibe 16. Spiel in Folge war somit ein Punktgewinn garantiert.
 
Nach einer torlosen Verlängerung, in der der EHC eine Unterzahl überstehen musste, standen sich die beiden Mannschaften nun zum vierten Mal in dieser Saison im Penaltyschießen gegenüber. Dieses endete - auf eher untypische Weise - mit insgesamt fünf Toren bei sechs Schüssen. Enrico Salvaranis Parade gegen den zweiten Ravensburger Schützen sicherte dem EHC somit einen zweiten Punkt.
 
Tore:
0:1 (21:24) Chad Bassen (Evan Mosey, Peter Spornberger)
1:1 (25:13) John Henrion (Joshua Samanski) - SH1
1:2 (30:30) Scott Allen (Christian Billich, Patrick Kurz)
2:2 (45:05) Vincenz Mayer (Daniel Stiefenhofer, James Bettauer)
3:2 (46:49) James Bettauer (Robbie Czarnik, Andrew Kozek)
3:3 (58:35) Christian Billich (Nick Pageau, Andreé Hult) - EA
3:4 (Shootout) Jordan George
 
Strafminuten: Ravensburg 6, Freiburg 8
Überzahl-Effizienz: Ravensburg 0-4, Freiburg 0-3
Schüsse: Ravensburg 34 (8/11/12/3), Freiburg 33 (11/10/11/1)
Schiedsrichter: Bastian Haupt, Ulpi Sicorschi / Michael Sauer, Michael Sowa
Zuschauer: 0
 
Die Freiburger Aufstellung:
Salvarani (Benzing)
Hult, Billich, Allen / Spornberger, Pageau
Saakyan, Bassen, Mosey / Brückmann, Kurz
George, Danner, Wittfoth / Neher, Kaisler
Tschwanow, Trinkberger, Rausch

Foto: Kim Enderle

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