210108 toelz 24
01.08.2021

Keine Punkte in Bad Tölz

Für die Wölfe gibt es bei den Löwen nichts zu holen

Der EHC Freiburg verliert sein Auswärtsspiel bei den Tölzer Löwen mit 4-2 (1-0/3-1/0-1). Nick Pageau und Luca Trinkberger mussten das Spiel vorzeitig beenden.

Head-to-Head
In der aktuellen Saison trafen Freiburg und Tölz aufgrund einer Spielverschiebung noch nicht aufeinander. In bisher 30 Aufeinandertreffen konnte jedes Team 15 Siege für sich verbuchen; davon gingen nur 7 Spiele an die Gastmannschaft (4x EHC Freiburg, 3x Tölzer Löwen).  Die Freiburger stehen nach 18 Spielen mit 33 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz, die Tölzer Löwen mit 29 Punkten aus nur 14 Spielen auf Rang 4. Während Freiburg seine ersten beiden Spiele in 2021 für sich entscheiden konnte, mussten sich die Tölzer in Weisswasser und Landshut mit jeweils 3-2 im Penaltyschießen geschlagen geben.

Das Personal
EHC-Cheftrainer Peter Russell stehen die Verletzten Christoph Kiefersauer, Scott Allen, Jake Ustorf und Alexander Brückmann weiterhin nicht zur Verfügung. Enrico Salvarani rutscht für Ben Meisner, der am vergangenen Dienstag das Spiel nach einem Zusammenstoß vorzeitig beenden musste, in die Startformation. Bei den Tölzer Löwen muss Kevin Gaudet weiterhin auf die Verletzten Johannes Sedlmayr, Thomas Merl, Andrej Bires, Tyler McNeely und Marcus Eberhardt verzichten. Ebenfalls nicht im Kader steht Neuzugang Mario Lamoureux, der voraussichtlich am Dienstag beim „Rückspiel“ in Freiburg sein Debüt geben wird.

1. Drittel – Müde Busbeine gegen hungrige Löwen
17 zu 5 Torschüsse – kürzer kann man das erste Drittel nicht zusammenfassen. Aber erstmal der Reihe nach:
Dass Goalie Enrico Salvarani gegen die Tölzer Löwen von Beginn an ran darf, hat sich der 22-jährige nach seiner starken Leistung am vergangenen Dienst gegen die Dresdner Eislöwen wahrlich verdient. Ebenso die nominell erste Sturmreihe um Wittfoth – Bassen – Saakyan, die sich mit Kampf und Leidenschaft immer wieder gute Chancen herausspielt. Doch erstmal spielten nur die Gastgeber und brachten Salvarani schnell auf Temperatur. In den ersten Minuten fanden die Wölfe gar nicht ins Spiel, umso druckvoller agierten die Tölzer Löwen und schafften es sogar bei 5-5 eine Powerplayaufstellung zu finden und die Wölfe ins eigene Drittel zu schnüren. Entlastungsangriffe seitens der Wölfe sorgten nur selten für Gefahr, verschafften jedoch immerhin ein wenig Zeit und Luft. In der 13. Minute gerieten die Wölfe auch noch in Unterzahl, hielten mit aggressivem Boxplay gut gegen die Tölzer Löwen. 5 Sekunden vor Ablauf der Strafzeit fand der Puck dann aber doch den Weg ins Tor, Andreas Schwarz traf für Bad Tölz nach Vorarbeit von Philipp Schlager und Manuel Edfelder.  Nach gut 15 Minuten zeigten sich dann erstmals die Wölfe gefährlich. Erst hatte eine gute Chance, doch der Puck fand den Weg nicht ins Tor. Nur etwa drei Minuten später kombinierten sich Bassen und Saakyan gefährlich vor das Tölzer Tor, doch hier wollte der Puck ebenfalls nicht ins Tor, ebenso wenig kurze Zeit später bei einem gefährlichen Schuss von Jordan George.

2. Drittel – psychologisch wichtige Tore
Die Wölfe schienen ihre müden Busbeine in der Kabine gelassen zu haben und drückten nun aufs Gas: Nur vier Minute später machten es die Gastgeber in Form von Luca Tosto besser, der nach Vorarbeit von Marco Pfleger und Max French nur noch den Schläger hinhalten musste. Die Löwen versuchten nun das Momentum auf ihre Seite zu ziehen und starteten sofort den nächsten Angriff auf Salvarani. Kaum in Aufstellung gekommen, vertändelten sie jedoch den Puck an der blauen Linie und Jordan George nahm dieses Geschenk dankend an. Er startete im Alleingang auf Maximilian Franzreb zu und überwand diesen mit einer Körpertäuschung zum 1-2! Der Anschlusstreffer war zu diesem Zeitpunkt des Spiels zwar sicherlich nicht ganz unverdient, überraschend kam er dennoch. Die Chancen häuften sich nun auf beiden Seiten, durch abwechselnde Strafzeiten bot sich zur Spielhalbzeit auch eine Menge Platz auf dem Eis. Die beste Chance bei den Wölfen hatten Andreé Hult und Chris Billich, letzter wurde nach Ablauf seiner Strafzeit direkt in den Angriff eingebunden, etwas Zählbares kam leider nicht dabei raus. Jedoch sollten die Tölzer Löwen nochmal zuschlagen: Erst baute Reid Gardiner mit einem satten Handgelenkschuss die Führung aus, nur zwei Minuten später sorgte der 36-Jährige Lubor Dibelka für den 4-1 Pausenstand.

3. Drittel – Der Rückstand ist zu groß
Mit den psychologisch wichtigen Treffern kurz vor der letzten Drittelpause konnten die Gastgeber einen Gang herunterschalten und sich auf der Führung ausruhen. Die Wölfe hingegen setzten alles daran, den Spielstand noch einmal zu ihren Gunsten zu drehen. Die wohl größte Chance hatten Simon Danner und Chris Billich in einem 2 auf 1 Konter, der finale Pass in den Slot kam allerdings nicht an. In der 19. Spielminute kam es dann zur Schrecksekunde, als Luca Trinkberger verletzt auf dem Eis liegen blieb und anschließend zur Behandlung in die Kabine gestützt wurde. Max French checkte den 21-Jährigen unglücklich in die noch geöffnete Bandentüre. Im anschließenden Powerplay hatte Andreé Hult das Auge für Chris Billich, der im Slot nur noch den Schläger zum 4-2 Endstand hinhalten musste.

Fazit
Die Wölfe hatten große Mühe ins Spiel zu finden und dadurch das erste Drittel fast komplett verschlafen. Auch im zweiten Durchgang – als man sich mit starken Tölzer Löwen auf Augenhöhe befand – fehlte die Konsequenz im Abschluss, welche eiskalt mit zwei Gegentreffern bestraft wurde und das Spiel seine Vorentscheidung fand. Besonders bitter: Neben Luca Trinkberger hat auch Nick Pageau das Spiel vorzeitig nach dem ersten Drittel beenden müssen, sodass Peter Russell schon früh seine Reihen umstellen musste und fast durchweg nur mit 3 Reihen gespielt hat. Dass sich Enrico Salvarani hinter Stammtorhüter Ben Meisner nicht verstecken braucht, hat der 22-Jährige heute trotz vierer Gegentoren gezeigt.

Pete’s Stimme zum Spiel
„Gratulation an Kevin Gaudet und seine Mannschaft zum heutigen Sieg. Wir haben heute gefühlt 50 Minuten gebraucht um aus dem Bus zu kommen, dafür sind wir aber noch gut davon gekommen. Heute haben beiden Teams wichtige Spieler gefehlt, neben Alexander Brückmann hat sich heute auch noch Nick Pageau verletzt. Beide sind wichtig für unser Umschaltspiel, weshalb dieses heute nicht funktioniert hat. In der DEL2 – aber vor allem auch in Bad Tölz – ist es immer schwierig auswärts zu gewinnen. Wir haben aber bereits am Sonntag die nächste Chance, wenn wir zuhause gegen Weisswasser spielen.“

So geht’s weiter
Am kommenden Sonntag empfängt der EHC Freiburg die Lausitzer Füchse aus Weisswasser zum ersten Aufeinandertreffen in der aktuellen Saison, auch hier gab es eine Spielverschiebung aufgrund Quarantänemaßnahmen. Das Team von Corey Neilson hat eine ausdrucksstarke Serie von 4 Siegen (5-4 Heilbronn, 6-0 Bietigheim, 3-2 Bad Tölz, 3-5 Ravensburg) hingelegt und damit auf sich aufmerksam gemacht. Spielbeginn in der Echte Helden Arena ist am kommenden Sonntag, dem 10. Januar 2021 um 17.00 Uhr, die Partie wird selbstverständlich auf SpradeTV übertragen.

Tore:
1-0 (14:48) Andreas Schwarz (Philipp Schlager, Manuel Edfelder) – PP1
2-0 (24:49) Luca Tosto (Marco Pfleger, Max French)
2-1 (26:06) Jordan George
3-1 (36:25) Reid Gardiner (Andreas Schwarz, Niklas Heinzinger)
4-1 (38:47) Lubor Dibelka (Niklas Heinzinger, Marco Pfleger)
4-2 (59:34) Chris Billich (Andreé Hult, Patrick Kurz) – PP1

Strafminuten: Freiburg  8, Bad Tölz  6
Überzahl-Effizienz: Freiburg 1-3, Bad Tölz 1-4
Schüsse: Freiburg 29 (5/9/15), Bad Tölz 39 (17/16/6)
Schiedsrichter: #40 Polaczek Aleksander, #24 Schütz Markus / #53 Kriebel Sören, #94 Weger Thomas
Zuschauer: 0

Die Freiburger Aufstellung:
Salvarani (Meisner)
Wittfoth, Bassen, Saakyan / Spornberger, Pageau
Danner, Hult, Billich / Kurz, Neher
Spiro, Linsenmaier, George / Rausch, Kaisler
Trinkberger, Ludin, Tschwanow

Foto: Martin Vogel

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