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19.02.2020

Hey, wir sind gut genug!

U15: EHC Freiburg – EHC Straubing 4:3 (2:0, 2:0, 0:3) // ...

Wie Linsenmaier, Brückmann, Billich, Kunz, Rießle? In der Echte-Helden-Arena hat sich nach jahrelanger Arbeit endlich wieder eine Mannschaft aufgemacht, in große Fußstapfen zu treten. Es sind die Fußstapfen jener Spieler, die einst die Goldenen Jahre des EHC-Nachwuchses prägten und heute das Grundgerüst der DEL2-Mannschaft bilden.

Mit dem dritten Sieg in Folge hat unsere U15 am Sonntag den sechsten Tabellenplatz in der Bayern-Meisterrunde (Schüler-Bundesliga) erobert. Damit gehört sie zum Dutzend der besten Schüler-Teams in Deutschland. Das hätten vor Saisonbeginn nicht einmal die größten Optimisten für möglich gehalten. Darauf ließe sich aufbauen.

Noch zu Beginn der Runde hatte das anders ausgeschaut. Sechs von seinen ersten sieben Meister-Spielen verlor das Team von Rawil Khaydarov, und oft lag das mehr an Freiburger Fehlern als an der Übermacht des Gegners. Wiederholt waren da EHC-Spieler in Ehrfurcht erstarrt: Uh, der, der da vor mir steht, gehört zu einem DEL-Klub! Oder zum 190-fachen Deutschen Meister! (Jungs in diesem Alter neigen nicht zu übermäßiger Präzision beim Zusammenzählen von Heldentaten.) So ging den Freiburgern der eine oder andere Puck unnötig verloren. Das führte zum Gegentor, später zur Niederlage und schließlich zum Gefühl: Na ja, wir sind halt nicht gut genug!

Dann hat Trainer Khaydarov die Reihen umgestellt. Seither kann jeder Spieler seine individuellen Qualitäten besser einbringen. Nun greift im Team ein neues Gefühl um sich: Hey, wir sind zwar nicht Deutscher Meister, für diesen Gegner sind wir aber gut genug! Diesem neuen Freiburger Wir-Gefühl fiel vor zwei Wochen schon der Schwenninger ERC zum Opfer. Jetzt folgte die nächste Top-Leistung: Am Sonntag (16.2.) wurde die U15 von Straubing, immerhin ein DEL-Klub, zwei Drittel lang deutlichst dominiert.

Seit Milan Schiffermüller hinten den Defensiv-Koordinator spielt, steht die EHC-Verteidigung über weite Strecken wie eine Eins. Da Schiffermüller einen Großteil seines Eishockeylebens aber als Stürmer verbracht hat, weiß er noch, wo das Tor des Gegners steht. In Schwenningen leitete er mit einem Durchmarsch inklusive Torerfolg nach zehn Minuten den EHC-Sieg ein. Gegen Straubing stand es nach zehn Minuten noch 0:0, trotz bester EHC-Chancen. Dann schnappte sich Schiffermüller wieder hinten die Scheibe, fand die Direttissima vor das Gästetor – und traf zum 1:0. Danach setzte Freiburg wieder reihenweise leichter Schüsse gegen Pfosten/Latte/Torhüter oder über das Tor. Die schwierigste Übung dagegen, vorbei an zwei Verteidigern, gelang dann wieder: 2:0 durch Milan Klein (16.).

Im zweiten Drittel ging die EHC-Party einfach weiter. Nach 22 Minuten veredelte Milan Klein eine Highspeed-Pass-Stafette über Paul Bechtold und Artjom Khaydarov zum 3:0. Wenig später veredelte Artjom Khaydarov eine Highspeed-Pass-Stafette über Milan Klein und Leonard Glatz zum 4:0. Es versprach ein entspannter Heimsieg zu werden – doch dann stellten die Freiburger das Toreschießen ein. Dank EHC-Kämpferherzen wie Daniel Andrejev, Niclas Hempel, Luis Bockstahler und Marlo Glaser kam der Gegner zwar weiterhin kaum zum Zuge. Über die Straubinger Torlinie wollte der Puck aber einfach nicht mehr. Einmal blieb er direkt davor liegen, starrte sekundenlang nach links ins Tornetz, ließ sich dann aber vom Gästeverteidiger nach rechts wegwischen.

Im Schlussdrittel erlaubten sich die EHC-Hinterleute die einzigen zwei richtigen Böcke des Spiels (45. und 49. Minute), und plötzlich stand es nur noch 4:2. Damit begann eine Phase, die sich auf den Tribünen brenzlig anfühlte. Trainer Khaydarov behielt behielt seine tatarische Gleichmut. Weiterhin setzte er gleichmäßig alle Reihen ein. So sammelten alle EHC-Spieler wichtige Erfahrungen und dankten es ihm mit viel Einsatz. Kurz vor dem Ende kam Straubing zum dritten Treffer, danach war aber Schluss und für Freiburg der sechste Platz in der Tabelle gesichert.

Ob der Aufwärtstrend der U15 anhält, wird sich in den nächsten Spielen zeigen. Dann kommen die Spitzenteams Kaufbeuren (1. März) und Nürnberg (8. März) an die Ensisheimer Straße. Die sind zwar ungefähr 190-facher Meister. Der EHC weiß aber inzwischen, dass er auch für große Aufgaben gut genug sein kann.

Text: Toni Klein / Foto: Frank Nieberle


Ergebnisse Bayern-Meisterrunde:
Bayreuth – Füssen 5:4
Kaufbeuren – Landshut 2:5
Nürnberg – Peiting 15:4
Schwenningen – Straubing 6:1
Freiburg – Straubing 4:3
Füssen – Landshut 2:

Tabelle
1. EV Landshut 16 Spiele/92:31/42 Punkte
2. ESV Kaufbeuren 15 Spiele/111:53/39
3. EHC 80 Nürnberg 15/95:52/29
4. Schwenninger ERC 14/70:45/28
5. EV Füssen 15/73:68/23
6. EHC Freiburg 15/40:56/15
7. Starbulls Rosenheim 14/50:61/13
8. EHC Bayreuth 14/36:71/13
9. EHC Straubing 15/33:93/10
10. EC Peiting 13/54:124/7

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