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11.01.2019

Heimsieg stoppt Niederlagenserie

Durch zwei Tore im letzten Drittel sichert sich der EHC einen 3:1-Sieg gegen Bayreuth

Auch in ihrem zweiten Aufeinandertreffen der Saison lieferten sich der EHC Freiburg und die Bayreuth Tigers ein attraktives Spiel voller Offensiveishockey. Ähnlich wie beim 2:0-Auswärtssieg der Wölfe im September machte sich die Spielweise der beiden Mannschaften jedoch nicht direkt auf der Anzeigetafel bemerkbar - denn erneut fielen nur wenig Tore.

Die entscheidende Spielphase
Mit einer Torschussbilanz von 35:18 sah der EHC Freiburg in gewisser Weise wie die dominante Mannschaft der ersten beiden Drittel aus - und tatsächlich gab es eine Spielphase (nämlich die erste Hälfte des zweiten Drittels), die den EHC als klar bessere Mannschaft sah. Der zählbare Erfolg in Form des 1:0 in der 30. Minute wurde jedoch nur fünf Minuten später durch den Ausgleichstreffer der Gäste zunichte gemacht. Somit sollte also erst das Schlussdrittel die Entscheidung bringen.

Beide Mannschaften arbeiteten beherzt auf einen Führungstreffer hin - in der 51. Minute sollte dann jedoch das Powerplay beginnen, das Freiburg rückblickend betrachtet den Sieg einfuhr: Gleich zu Beginn dieses Überzahlspiels wurde nämlich Cam Spiro am langen Pfosten des Bayreuther Tores völlig alleine gelassen und konnte dort von der Torlinie aus den Puck irgendwie am Bayreuther Torhüter Timo Herden vorbeibefördern (2:1; 52.). Das sich anschließende Aufbäumen der Bayreuther konnte dann aber Christian Billich zu seinen Gunsten in einen Alleingang in Richtung gegnerisches Tor umwandeln. Als sein Solo nicht fruchtete, fand er Nick Pageau, der per Schlagschuss auf 3:1 erhöhte (55.). In fast auf die Sekunde genau drei Minuten konnte der EHC somit ein über 51 Minuten knappes und hart umkämpftes Spiel zu seinen Gunsten drehen.

Der Reihe nach
Im ersten Drittel wurde munter nach vorne gespielt - Phasen, in denen sich die eine Mannschaft mehr im Angriffsdrittel festsetzen konnte als die andere, wechselten sich ab. Dabei gelang es beiden Teams v.a. über ihr Passspiel Eingang ins gegnerische Drittel zu finden.

Auf Bayreuther Seite leitete v.a. Topscorer Juuso Rajala zwei Chancen ein, bei denen Ben Meisner gefordert wurde (8.). Für die spielerische Komponente im Freiburger Spiel sorgte in der mittleren Phase des Eröffnungsdrittels v.a. die „Nordamerika-Achse“ um Cam Spiro und Luke Pither. In der 13. Minute erarbeiteten sie sich innerhalb einer Angriffssequenz gleich mehrere Chancen und forcierten somit auch ein Foulspiel der Gäste. Das sich anschließende Powerplay wurde dann für 49 Sekunden sogar zu einer Fünf-gegen-drei-Überzahl, als der Bayreuther Goalie Timo Herden (der heute für den verletzten Brett Jaeger einspringen musste) einen vermeintlichen Befreiungsschlenzer über das Plexiglas innerhalb seines Drittels setzte und somit eine weitere Strafe verursachte. (Gleiches war bereits in der vierten Minuten Luke Pither passiert - Freiburg überstand jedoch diese Unterzahlphase ohne nennende Chance der Gäste.) In dieser Zwei-Mann-Überzahl des EHC erhöhten kurze Pässe und sofortige Direktabnahmen (ohne die Scheibe dabei über mehrere Stationen kursieren zu lassen) den Druck enorm - die Schüsse wurden jedoch alle von Goalie Herden pariert.

Die Schussstatistik von 16:8 zugunsten von Freiburg trägt dem Umstand Rechnung, dass der EHC sich vermehrt im gegnerischen Drittel festsetzen konnte, sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bayreuth oft gefährlich vor Ben Meisner auftauchte. Trotzdem gingen beide Mannschaften ohne Treffer in die erste Pause.

Das zweite Drittel gehörte dann jedoch von Beginn an dem EHC - Tore fielen jedoch auf beiden Seiten (nämlich jeweils eins). Beginnend mit einem Alleingang von Nikolas Linsenmaier (22.) trug eine Strafe gegen Bayreuth (24.) dazu bei, dass die erste Hälfte des Mittelabschnitts fast ausschließlich im Bayreuther Drittel gespielt wurde. Freiburg zeigte sich als läuferisch überaus stark - selbst im Powerplay kam man kaum „aus dem Stand“, sondern mit bissigem Zug zum Tor zu Chancen. So kann Linsenmaier in den Slot vordringen und wird von Christian Billich angespielt (24.) - und kurz darauf bewegt sich dieser seinerseits in eine gefährliche Position, wo er von Scott Allen gefunden wird (27.). Immer wieder war es jedoch auch der Zug zum Tor in Scheibenbesitz von Cam Spiro, der Chancen hervorbrachte - so auch das 1:0 in der 30. Minute, als Luke Pither einen Schuss von Marvin Neher „abstauben“ konnte, der auf Spiros Vorarbeit zurückzuführen war.

Das sich anschließende Aufbäumen der Gäste brachte seinerseits zunächst Konterchancen für den EHC hervor - wie das Zusammenspiel von Gregory Saakyan und Christian Neuert (33.). Doch nun konnte sich Bayreuth vermehrt im Freiburger Drittel festsetzen: Nachdem in der gleichen Minute ein Videobeweis ein mögliches Tor der Gäste als ungültig bewertete, gelang den Franken dann doch der recht baldige Ausgleich zum 1:1, als ein Schuss von Ville Järveläinen abgefälscht an Ben Meisner vorbeikullerte (35.).

Nachdem ein weiterer Freiburger Angriff Cam Spiros spielerische Klasse unter Beweis stellte - Freiburgs Topscorer dribbelt gegen vier Bayreuther ins Angriffsdrittel, behält die Scheibe und spielt Luke Pither für einen One-Timer an - ging das Spiel erneut mit Gleichstand in eine Drittelpause; 1:1 hieß es nach 40 Minuten.

In der ersten Hälfte des Schlussabschnitts spielten beide Seiten weiterhin mit hohem Tempo nach vorne. Insgesamt nahm die spielerische Genauigkeit etwas ab - torgefährliche Situationen häuften sich jedoch. So leitete auf Seiten des EHC Scott Allen zweimal einen Konter ein und Marvin Neher kam mit einem weiteren Schlagschuss nun beinahe direkt zu einem Tor, traf aber nur den Pfosten (47.). Für Bayreuth erarbeitete sich die zweite Reihe drei gefährliche Chancen innerhalb der ersten elf Minuten des letzten Drittels - in allen dieser Fälle scheiterte jedoch Michal Bartosch an Ben Meisner.

Es folgte die Phase der beiden Freiburger Tore, die den Wölfen den entscheidenden Vorsprung einbrachten. Doch ein sich anschließendes Powerplay und ein letzter Offensivdrang der Gäste sorgten dafür, dass Ben Meisner gefordert war: Neben gleich zwei Paraden gegen Järveläinen besiegelte er die drei Punkte für Freiburg insbesondere durch seinen Save gegen Tyler Gron, der am vergangenen Wochenende gleich zwei Hattricks für Bayreuth erzielt hatte. Gron kam in der 56. Minute zu einer Nachschussgelegenheit - der scheinbar freie Schussweg aufs Tor des EHC wurde aber von Meisners Butterfly in letzter Sekunde versperrt. Als dann Bayreuth ab der 57. Minute mit einem zusätzlichen Feldspieler bei leerem Tor auflief, jagten die Gäste immer noch einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher, den sie jedoch dank des starken Rückhalts im Freiburger Tor nicht verkürzen konnten.


So geht’s weiter
Für den EHC bleibt zu hoffen, dass sich die jüngste Ergebnisserie noch über die nächsten zwei Spiele fortsetzen wird - nach drei Siegen und drei Niederlagen in Folge konnte man heute endlich wieder einen Sieg einfahren und trifft nun am Sonntag auswärts auf Dresden (Spielbeginn bereits 17.00 Uhr). Diesem Spiel schließt sich die Deutschland-Cup-Pause an, aus der man dann am Freitag, 15.11. mit einem Heimspiel gegen den aktuellen Tabellenführer Heilbronn zurückkehrt.

Tore:
1-0 (29:17) Luke Pither (Cam Spiro, Marvin Neher)
1-1 (34:05) Ville Järveläinen (Markus Lillich, Tomas Schmidt)
2-1 (51:10) Cam Spiro (Nick Pageau, Luke Pither)
3-1 (54:11) Nick Pageau (Christian Billich, Nikolas Linsenmaier)

Strafminuten: Freiburg 4, Bayreuth 8
Schiedsrichter: Andreas Koch, Erich Singaitis / Jan Lamberger, Dominik Pfeifer
Zuschauer: 2875

Die Freiburger Aufstellung:
Meisner (Benzing)
Spiro, Pither, Betzold / Pageau, Neher
Allen, Linsenmaier, Billich / Brückmann, Kurz
Saakyan, Neuert, Wittfoth / Rießle, Herm
Tratner, Bauhof, Christmann / Kunz

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