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22.12.2012

Freiburg unterliegt Spitzenreiter Peiting deutlich

Zu gerne hätte der EHC Freiburg einmal mehr einem Spitzenreiter in der Franz-Siegel-Halle ein Bein gestellt. Doch am Freitagabend gelang dies dem Aufsteiger nicht, vielmehr demonstrierte der EC Peiting gegen geschwächte Hausherren eindrucksvoll seine Qualität. Am Ende musste sich der EHC deutlich mit 1:7 geschlagen geben.

Hatte sich das Lazarett am vergangenen Sonntag wieder gelichtet, so herrschte diesmal leider wieder reger Betrieb: Christoph Mathis und Benjamin Stehle fehlten verletzt, Anton Bauer und Jan Kouba mussten erkrankt passen. Zudem war Steven Billich erneut beim Zweitligisten Heilbronn im Einsatz gewesen. Besser gestaltete sich die personelle Situation bei den Gästen aus Oberbayern, die vier Reihen aufs Eis brachten und an diesem Abend in vielen Belangen überlegen waren. Bereits in der dritten Minute hatte Peiting den Führungstreffer markiert: André Gerartz fälschte einen Schuss unhaltbar für EHC-Goalie Fabian Hönkhaus in die Maschen ab. Über weite Strecken des ersten Drittels verrichteten die Abwehrreihen ganz Arbeit, allen voran die Gäste standen in der Defensive äußerst sicher. Vorne machte Peiting zudem konsequent seine Tore. In der 17. Minute legte Martin Guth das 0:2 nach, abermals hatte Hönkhaus ohne jegliche Sicht bei dem abgefälschten Schuss keinerlei Chance gehabt.

Selten sorgte Freiburg vor dem gegnerischen Gehäuse für richtige Gefahr und wenn, dann war ECP-Schlussmann Florian Hechenrieder zur Stelle. Wie in der Schlussphase des Eröffnungsdrittels, als er nach einem Querpass stark gegen Tobias Kunz parierte. Kaum war diese Möglichkeit passé, erhöhte Peiting auf der Gegenseite durch Tobias Biersack, der von der EHC-Defensive sträflich allein gelassen worden war. Das deutliche 0:3 zur Pause spiegelte zwar nicht unbedingt den gesamten Spielverlauf wieder, doch rechtfertigten die Oberbayern im Mitteldrittel ihren Vorsprung umso mehr. Während sich die Hausherren immer wieder zu viele Fehler leisteten und von den Gegenspielern einen Schritt zu weit entfernt waren, überzeugte Peiting mit seinem starken Offensivspiel und ließ zugleich hinten nahezu nichts zu. Christian Mayr traf schließlich zum 0:4 aus Freiburger Sicht. Erst in der 34. Minute hatte der EHC seine erste hochkarätige Torchance im zweiten Drittel: Patrick Vozar war davongezogen und hatte Hechenrieder bereits verladen, brachte die Scheibe aber nicht im Kasten unter. Ein Sinnbild für den EHC, dem an diesem Abend nur wenig gelingen wollte.

Nachdem noch Mike Soccio aus aussichtsreicher Position gescheitert war, legten die Gäste den fünften Treffer durch Martin Guth nach. 36 Sekunden später aber brachen die Südbadener den Bann, Dennis Meyer traf aus der Distanz zum 1:5. Die Peitinger Dominanz ändern konnte der Treffer letztlich aber nicht. Im dritten Abschnitt war der EHC zwar bemüht, den Rückstand weiter zu verkürzen, doch gegen die Peitinger Defensive fand sich zu selten ein geeignetes Mittel. Anders der Tabellenführer, der weiterhin seinem Rang gerecht wurde und in der 53. Minute den alten Abstand durch André Gerartz wieder herstellte. Als wäre das noch nicht genug gewesen, markierte Anton Saal in Unterzahl auch noch den Treffer zum 1:7-Endstand für den EC Peiting. Kurz zuvor hatte Tobias Kunz noch das 2:6 auf dem Schläger gehabt, er scheiterte nach einer starken Kombination und sehenswertem Move aber an der Unterkante der Latte.

Die Gäste hatten sich über die gesamte Spielzeit als äußerst homogene, kompakte Mannschaft erwiesen, die ihre Position als bestes Auswärtsteam der Liga untermauerte. Im Spiel nach vorne präsentierten sich die Oberbayern zielstrebig, schnell und kombinationssicher sowie effektiv, in der Defensive standen die Peitinger sehr sicher. So musste man neidlos anerkennen, dass der Spitzenreiter in der Franz-Siegel-Halle eine tadellose Leistung abgeliefert hatte und unter Beweis stellen konnte, warum man - nicht nur heuer - zu den Top-Teams in der Oberliga zählt. Der EHC unterdessen erlaubte sich an diesem Abend zu viele Fehler und war in der Defensive immer wieder einen Schritt zu spät dran. Bei den Gegentoren war Schlussmann Fabian Hönkhaus von seinen Vorderleuten immer wieder im Stich gelassen worden. Hatte sich Freiburg hingegen in der Offensive einen Weg durch die Peitinger Abwehr gebahnt, ließ man oftmals den direkten Zug zum Tor vermissen. Eine deutliche Niederlage für den Aufsteiger, dessen Ausfallliste sich ebenfalls bemerkbar gemacht hatte. Ob sich die personelle Situation bis zum Auswärtsspiel am Sonntag in Deggendorf entspannt, scheint ungewiss.


Am Rande der Bande
Steven Billich weilte einmal mehr in der 2. Bundesliga und erlebte mit den Heilbronner Falken nicht nur das Derby bei den Bietigheim Steelers. Vor allem war er bei der Eröffnung der neuen Eisarena im Ellental mit von der Partie. Und das Freiburger Eigengewächs schrieb sich in die örtlichen Geschichtsbücher: Nach 6:16 Minuten traf Steven Billich zum 1:0 für Heilbronn und erzielte somit das erste Tor im neuen Stadion. Auch sein älterer Bruder Chris durfte sich in die Torschützenliste eintragen, er hatte die Falken nach dem zwischenzeitlichen Steelers-Ausgleich dank eines Doppelpacks mit 3:1 in Führung gebracht. Dennoch konnte Bietigheim seine Premiere noch gewinnen und behielt in der Verlängerung mit 4:3 die Oberhand.


Aufstellung EHC Freiburg

Tor: Daniel Herzog, Fabian Hönkhaus
Abwehr: Alexander Brückmann, Michael Frank, Lutz Kästle, Toni Klante, Dennis Meyer, Jan Nemecek, Robert Peleikis
Sturm: Jonas Falb, Martin Jenacek, Tobias Kunz, Nikolas Linsenmaier, Timo Linsenmaier, Philip Rießle, Mike Soccio, Jeffrey Szwez, Patrick Vozar

Es fehlten: Anton Bauer, Steven Billich, Jan Kouba, Christoph Mathis, Enrico Saccomani, Benjamin Stehle


Statistik

EHC Freiburg - EC Peiting 1:7 (0:3, 1:2, 0:2)

0:1 (02:44) Gerartz (Borberg)
0:2 (16:28) Guth (Velebny, Saal) 5-4
0:3 (19:03) Biersack (Velebny)
0:4 (27:34) Mayr (Biersack, Pufal)
0:5 (37:02) Guth (Eichberger) 5-4
1:5 (37:38) Meyer (Soccio)
1:6 (52:22) Gerartz (Magg, Wittmann)
1:7 (55:14) Saal (Eichberger) 4-5

Strafen: Freiburg 8 - Peiting 6
Schiedsrichter: Michael-André Fröschle (Denklingen)
Zuschauer: 1351

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