T3T0907
10.04.2019

Freiburg schlägt sich selbst

Der EHC Freiburg hat sein Auswärtsspiel beim ESV Kaufbeuren mit 2-3 verloren.

In einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel kassierten die Wölfe erst in den Schlussminuten in Unterzahl die zwei entscheidenden Gegentore.

Vor dem Spiel: Meisner wieder dabei

Nachdem Ben Meisner am Mittwochabend in Ravensburg das Eis zehn Minuten vor Schluss verlassen musste, nachdem er einen Puck unterhalb der Maske abbekommen hatte, war eine der drängendsten Fragen der Freiburger Fans natürlich, ob ihr Stammgoalie zwei Tage später wieder fit sein würde. Kurze Antwort: War er – und spielte entsprechend natürlich von Beginn an.

So lief das Spiel

Das erste Drittel begann denkbar ungünstig für den EHC. Bereits nach 24 Sekunden musst Peter Spornberger wegen Beinstellens hinter dem eigenen Tor für zwei Minuten auf die Strafbank – und Kaufbeuren gelang es sofort, mächtig Druck im Powerplay aufzubauen. Ben Meisner im Tor der Wölfe war in den entscheidenden Situationen jedoch zur Stelle und verhinderte einen frühen Rückstand. Im Anschluss an die Unterzahl kam auch Freiburg besser in die Partie und konnte den Rest des ersten Abschnitts ausgeglichen gestalten. Lediglich gegen Mitte des Drittels mussten die Gäste eine kurze Druckphase der ersten Kaufbeurer Reihe überstehen – und hatten bei der besten Chance der Gastgeber durch Sami Blomqvist Glück, dass dessen Abfälscher knapp am Tor vorbei ging. Die besten Freiburger Chancen in den ersten zwanzig Minuten hatten Gregory Saakyan und Chris Billich, scheiterten mit ihren Kontern aber am gewohnt sicheren Stefan Vajs im Kasten der Allgäuer. Der größte Aufreger in Drittel eins ereignete sich nach knapp 14 Minuten, als sich Jannik Herm und Fabian Koziol einen kurzen – und augenscheinlich ausgeglichenen – Faustkampf lieferten. Koziol hatte diesen in Reaktion auf einen Check von hinten Herms initiiert.

Ins zweite Drittel startete Freiburg mit deutlich mehr Schwung als ins erste – und auch besser als der ESV. Doch statt des Führungstreffers handelte sich der EHC die dritte Strafzeit ein, und in Folge dessen das 0-1 durch Daniel Oppolzer, der von Antti Kerälä im Slot mustergültig bedient wurde. Nachdem Kaufbeuren also über knapp 25 Minuten Spielzeit insgesamt dreimal in Überzahl agieren konnte, durfte Freiburg dasselbe kurz darauf innerhalb von nur sieben Minuten. Und die mittlere dieser drei Gelegenheiten nutzte der EHC. Geduldig ließen die Wölfe die Scheibe laufen, dann spielte Niko Linsenmaier den schnellen und präzisen Querpass auf Patrick Kurz und dessen Schlagschuss fälschte Chris Billich zum Ausgleich ins Tor ab. In der zweiten Hälfte des zweiten Drittels beruhigte sich das Spielgeschehen dann zunächst wieder, ehe es kurz vor Schluss nochmal zu einem Gerangel vor Meisner kam. Mike Mieszkowski schnappte sich daraufhin Christian Neuert und erneut kam es zum Faustkampf. Der Kaufbeurer gewann diesen zwar deutlich, was aber nicht zuletzt am Überraschungseffekt gelegen haben dürfte.

Auch im letzten Drittel sahen die Zuschauer zunächst die Gäste aus Freiburg als die aktivere Mannschaft. Sowohl Billich als auch Herm hatten die Führung auf dem Schläger, konnten Vajs aber nicht überwinden. Sogar in eigener Unterzahl schien der EHC in dieser Phase näher am Führungstreffer als die Gastgeber. Als sich dennoch die meisten Fans bereits mit der Punkteteilung nach regulärer Spielzeit abgefunden haben dürften, wurde es jedoch plötzlich hochdramatisch. Innerhalb kürzester Zeit handelte sich Freiburg zwei Strafen hinter und am gegnerischen Tor (!) ein – und Kaufbeuren ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen. Zunächst traf Blomqvist bei 5-gegen-3 per Onetimer, und dann auch noch Max Schmidle in einfacher Überzahl per Abstauber. Weil Freiburg unmittelbar nach dem 1-3 eine weitere Strafzeit aufgebrummt bekam – und nur noch knapp zwei Minuten zu spielen waren – sah nun natürlich alles nach einer klaren Angelegenheit aus. Doch wie aus dem Nichts zappelte der Puck plötzlich im Tor der Allgäuer. Cam Spiro hatte aus spitzestem Winkel draufgehalten und den verdutzten Vajs auf dem falschen Fuß erwischt. Die Wölfe versuchten nun logischerweise nochmal alles, doch Kaufbeuren – immer noch in Überzahl – spielte die letzen Sekunden geschickt die Uhr herunter und setzte sich so letztlich knapp mit 3-2 durch.

Fazit

Über 40 Minuten sahen die Zuschauer ein vollkommen ausgeglichenes Spiel, eventuell mit leichten Vorteilen auf Seiten der Gastgeber. Im Schlussdrittel zeigte sich dann jedoch Freiburg frischer und williger, das Spiel zu entscheiden – brachte sich jedoch aufgrund der eigenen Undiszipliniertheiten kurz vor Schluss auf die Verliererstraße.

Tore:
24:01 1-0 Daniel Oppolzer (Antti Kerälä) - PP1
29:48 1-1 Christian Billich (Patrick Kurz) - PP1
57:16 2-1 Sami Blomqvist (Mike Mieszkowski, Julian Eichinger) - PP2
57:58 3-1 Max Schmidle (Branden Gracel) - PP1
58:50 3-2 Cam Spiro - UZ1

Strafzeiten: Kaufbeuren 28, Freiburg 44
Schiedsrichter: Ruben Kapzan, Cori Müns / Jonas Dietrich, Michael Zettl
Zuschauer: 2.388

Die Freiburger Aufstellung:
Meisner (Benzing)
Spiro, Pither, Herm / Pageau, Spornberger
Allen, Linsenmaier, Billich / Brückmann, Kurz
Saakyan, Neuert, Wittfoth / Rießle, Neher
Bauhof, Trattner, Christmann

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