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28.09.2019

Der EHC verspielt eine Führung nach zwei frühen Linsenmaier-Toren

Der EHC kassiert zwischenzeitlich fünf Gegentore in Folge und verliert sein Auswärtsspiel beim neuen Club von Matthias Nemec mit 3:6; Heilbronn zieht im zweiten Drittel entscheidend davon; Freiburg mit zu vielen Strafen

Verheerendes zweites Drittel
Trotz verspieltem Zwei-Tore-Vorsprung ging der EHC nicht mit gesenktem Haupt ins zweite Drittel – im Gegenteil: schließlich hatte man zwei von drei Heilbronner Powerplays schadenlos überstanden (und kassierte den einzigen Gegentreffer in Unterzahl als Resultat eines Konters). Man hatte sein Forechecking konsequent durchgezogen – gar auf Wechsel verzichtet um den Druck auf den Gegner konstant hochzuhalten. Doch all dies änderte sich im zweiten Drittel, in dem der EHC fast genau so viele Gegentore kassierte (drei) wie er Schüsse aufs gegnerische Tor brachte (vier). Heilbronn ging früh im zweiten Drittel mit 3:2 in Führung und erhöhte später seinen Vorsprung auf 4:2 (30.) und schließlich 5:2 (34.). Die Falken spielten nun sowohl offensiv wie auch defensiv kompakter und wandelten eines ihrer beiden Powerplays in diesem Drittel nun nicht in Form eines Kontertors, sondern in Gestalt einer schön herausgespielten Aktion in zählbaren Erfolg um (4:2; 30.).


Und wie hat sich beim EHC „der Neue“ geschlagen?
Neben den Linsenmaier-Toren und Luke Pither als Dreh- und Angelpunkt des Freiburger Spiels fiel Neuzugang Scott Allen, der erst am Dienstag verpflichtet worden war, über weite Strecken positiv auf. Sein Auftritt brachte zudem auch zählbaren Erfolg herbei - so lieferte er bei beiden Linsenmaier-Toren die entscheidende Vorlage: Beim 1:0 (5.) bediente er die Nummer 9 des EHC von jenseits der Heilbronner Torlinie und in der 10. Minute war es sein Puckgewinn im Mitteldrittel, den Linsenmaier zum 2:0 einnetzte. Außerdem erspielte er sich Konterchancen im ersten Heilbronner Powerplay (7.) und erneut etwas später im ersten Drittel (15.). Wie bei vielen seiner Freiburger Kollegen fiel sein Mitteldrittel aber eher zurückhaltend aus – doch er meldete sich in der 44. Minute mit einer weiteren Torchance zurück, bevor er einer der Hauptprotagonisten der mittleren Phase des Schlussabschnitts wurde…


Turbulente Minuten im Schlussabschnitt
Während Heilbronn drauf und dran war, seine 5:2-Führung (die immerhin fast auf die Sekunde genau 10 Minuten Bestand gehabt hatte; 44.-53.) unter den Gesängen von „Heilbronn im Unterland“ über die Zeit plätschern zu lassen, ließen Luke Pither und die andere Nummer 89, Michael Knaub, kurz die Fäuste sprechen – kurz, weil Pither recht bald am Boden lag und Allen sich nach Interpretation der Schiedsrichter in dieses Gefecht einmischte und deshalb mit einer Strafe von 2+2+Spieldauer vom Platz gestellt wurde. Tatsächlich bewirkte diese Situation ein wenig, dass der EHC wieder ins Spiel fand: Das Zeitstrafen-Chaos mit gefühlt „hier zwei Minuten, dort vier Minuten“ kreierte eine Überzahlsituation für den EHC, die ein Aufbäumen der „kanadisch-amerikanischen Achse“ von Pageau auf Pither und dann von den beiden zu Spiro am langen Pfosten sah, von dem letztere Kombination das 3:5 hervorbrachte (53.). An dieser Stelle hätte man hoffen können, dass sich dem EHC die Tür für ein Comeback öffnen würde – allerdings nur bis Heilbronn keine zwei Minuten später in Unterzahl den alten Drei-Tore-Vorsprung wiederherstellte (55.).


Der Reihe nach
Freiburgs Forechecking kreierte bereits in den ersten fünf Minuten Chancen für Patrick Kurz und Luke Pither. Nach Linsenmaiers erstem Treffer (5.) folgte das harmlose Heilbronner Powerplay, das erst nach abgelaufener Strafzeit Chancen aufkommen sah, die aber durch geblockte Schüsse von Rießle und Spornberger vereitelt werden konnten (10.). Linsenmaiers zweiter Treffer (2:0; 10.), der als Resultat eines Scheibengewinns von Allen im Mitteldrittel entstand, wurde jedoch sogleich von einem Heilbronner Anschlusstreffer – dem seinerseits ein Freiburger Scheibenverlust, jedoch im eigenen Drittel hervorgegangen war – beantwortet (2:1; 11.). Es folgte das Heilbronner Powerplay, das der EHC zunächst bändigen konnte, dann aber in einen Konter fiel, den Heilbronn zum Ausgleich nutzte (2:2; 13.). Freiburgs einziges Powerplay im ersten Drittel endete, als man wegen zu vieler Spieler auf dem Eis selber eine Strafe kassierte.

Im zweiten Drittel konnte Heilbronn früh für zählbaren Erfolg sorgen: So ging man in der 22. Minute direkt nach einem Bullygewinn mit 3:2 in Führung und erhöhte diese in einem Powerplay in der 29. Minute auf 4:2. Einschneidige Freiburger Aktionen in diesem Drittel beschränkten sich auf ein öffnendes Anspiel auf Cam Spiro, der sich jedoch im Abseits befand und ein Gerangel, in dem Jannik Herm und Luke Pither eine Minute vor der zweiten Pausensirene schon eine Vorschau auf die oben erwähnte 51. Minute lieferten.

Im Schlussabschnitt sorgten Allan und Pageau in der 44. bzw. 46. Minute für Freiburger Toraktionen – ein etwaiges Aufbäumen der Südbadener wurde jedoch durch eine weitere Strafzeit – das leidige Lied des Abends – in der 48. Minute unterbunden. Es folgte die Strafenflut der 51. Minute und jeweils ein Treffer auf beiden Seiten, was letztlich die Drei-Tore-Führung von Heilbronn wiederherstellte.


So geht‘s weiter
So wie sich der EHC ab dem zweiten Saisonspiel hatte fühlen können, geht es Heilbronn seit dem dritten: Seither steht nämlich Matthias Nemec im Tor der Falken – und seither hat man immer gewonnen. Mit dieser Euphorie im Nacken strebt man nun eine Verbesserung seines Pre-Playoff-Platzes der vergangenen Saison an.

Der EHC trifft am Sonntag in heimischer Halle auf die andere württembergische Mannschaft der DEL 2 – die Bietigheim Steelers. Diese sind nach 60 Minuten noch ungeschlagen und haben am heutigen Freitagabend den Aufsteiger aus Landshut im Penaltyschießen bezwungen.

 


Tore:
0-1 (04:50) Linsenmaier (Allen, Billich)
0-2 (09:17) Linsenmaier (Allen)
1-2 (10:18) Preto (Miller, Koch)
2-2 (12:58) Nikiforuk (Mapes, Miller) - Powerplay
3-2 (21:13) Preto (Mapes, Koch)
4-2 (29:01) Valenti (Brady, Della Rovere) - Powerplay
5-2 (33:05) Pavlu (Maginot, Della Rovere)
5-3 (52:53) Spiro (Pageau, Pither) - Powerplay
6-3 (54:09) Damon – Shorthanded


Strafminuten:
Heilbronn: 15 + Spieldauer 
Freiburg: 22 + 10 Disziplinar + Spieldauer


Aufstellung des EHC Freiburg:
Ben Meisner / Leon Meder
Spiro, Pither, Herm / Pageau, Spornberger
Allen, Linsenmaier, Billich / Brückmann, Kurz
Saakyan, Neuert, Wittfoth / Rießle, Neher
Bauhof, Trattner, Christmann

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