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20.11.2021

Charaktersieg in Ravensburg!

Am Freitagabend trat der EHC Freiburg beim Tabellen-Dritten Ravensburg an und gewann verdient mit 4-2

Nachdem das für Dienstag angesetzte Spiel gegen die Selber Wölfe coronabedingt abgesagt werden musste – zahlreiche Selber Akteure inklusive Headcoach befanden sich in Quarantäne – trat der EHC zum ersten Spiel nach der Deutschland-Cup-Pause am Freitagabend in Ravensburg an. Mit von der Partie war Neuzugang Liam Finlay sowie die Rückkehrer Christoph Kiefersauer, Hagen Kaisler und Goalie Patrik Cerveny. Verletzungsbedingt gefehlt hat Verteidiger Patrick Kurz, welcher leider bis mindestens Jahresende nicht zur Verfügung stehen wird. Ebenfalls nicht einsatzbereit waren die Stürmer Marcel Kurth, Sofiene Bräuner – mit deren Rückkehr in Bälde zu rechnen ist – und Luca Trinkberger, der sich nach seiner COVID-Infektion im Aufbautraining befindet.

Das erste Drittel: Freiburg trifft im Powerplay zur Führung
Glück und Pech lagen für beide Teams in Drittel eins nah beieinander. Glück hatten beide Teams vor allem in der Defensive. Oder, andersherum formuliert: zahlreiche Chancen auf beiden Seiten konnten nicht genutzt werden. Die ersten rund sechs Spielminuten gehörten den Wölfen, die sichtbar besser aus der Kabine kamen und mehr Spielanteile hatten ehe sich die Towerstars in die Partie reinarbeiteten – auch dank eines Powerplays zwischen der 6. und 8 Spielminute – und die Partie in den verbleibenden 14 Minuten ausgeglichen verlief. Läuferisch dominierte der EHC seine oberschwäbischen Gegner in der Anfangsphase. Vor allem George, McLellan und auch Neuzugang Finlay fielen durch ihre läuferische Klasse und Dynamik auf. So war es quasi folgerichtig, daß Tyson McLellan (im Powerplay!) den ersten und einzigen Treffer in Drittel eins erzielte. Scott Allen umkurvte das von Langmann gehütete Tor, passte quer durch den Slot auf den freistehenden Kanadier, der trocken und unhaltbar per Direktabnahme in der 18. Minute und nach gerade einmal 18 Sekunden Überzahl traf. Zuvor konnte der EHC das starke Ravensburger Überzahlspiel zwei Mal unbeschadet überstehen. Neben Glück halfen dabei ein starker Luis Benzing zwischen den Pfosten sowie leidenschaftliches Verteidigen der Unterzahlformationen. Auch die letzten 100 Sekunden das Startdrittels überstand der EHC mit dieser Mixtur unbeschadet, als Alex Brückmann die dritte Strafzeit des Spiels aufgebrummt bekam.

Das zweite Drittel: Ravensburg schafft den Ausgleich
Ein „wildes“ Drittel lieferten sich die beiden Teams in Drittel zwei. So spickten beide Teams ihr Spiel im Vergleich zu Drittel eins auffallend oft mit Fehlern. So hätte beispielsweise der EHC in Unterzahl (!) nach Ravensburger Fehlern durch Kiefersauer (22.) und McLellan (30.) treffen können. Beide scheiterten jedoch am Goalie der Hausherren. Umgekehrt vereitelte Luis Benzing ebenfalls gleich zwei Chancen während der einzigen EHC-Überzahl des Drittels. Eine der beiden Gelegenheiten entschärfte er auf gar spektakuläre Art und Weise: James Bettauer kam bei einem 3 auf 1 Angriff der Ravensburger frei zum Schuss, Benzing parierte mit dem Blocker den harten Direktschuss aus kurzer Distanz sensationell. Eine Druckphase der Towerstars führte in der 34. Spielminute schließlich zum Ausgleich. Dronia traf per Schlagschuss von der blauen Linie. Insgesamt konnte der EHC das Spiel in Drittel zwei weiterhin offen gestalten und kam neben den oben beschriebenen Chancen in Unterzahl auch bei fünf gegen fünf immer wieder zu guten Gelegenheiten (Finlay, Allen). Jedoch war dem Team das Scheibenglück in der Offensive weiterhin nicht hold um entweder auf 2-0 zu stellen oder nach dem Ausgleich selbst wieder in Führung zu gehen. Gestützt auf einen permanent Ruhe ausstrahlenden Luis Benzing ackerten die Wölfe In der Defensive und machten den gegnerischen Angreifern mit ihrer aggressiven und kompakten Spielweise das Leben schwer. Verfolgte sie das Pech in der Offensive, half Ihnen in der einen oder anderen Szene das Glück (und Benzing) in der Defensive.

Das dritte Drittel: Dramatik mit dem besseren Ende für die Wölfe
29 Sekunden vor Ende des Spiels sah es so aus, daß die Wölfe sich mit der neunten Strafzeit des Spiels in einer dramatischen Schlussphase um die Früchte Ihrer harten Arbeit gebracht hatten. Allerdings stellte sich nach Videobeweis heraus, daß Sam Herr die Scheibe mit einem aus Freiburger Sicht glücklicherweise wenige Zentimeter zu hohen Stock ins Freiburger Tor befördert hatte. Die Schiedsrichter verweigerten dem vermeintlichen Ravensburger Ausgleich folgerichtig die Anerkennung. 5 Sekunden vor Schluss erzielte Scott Allen mit seinem zweiten Treffer des Abends von der Strafbank kommend das 4-2 und damit die Entscheidung. In der 51. Spielminute traf eben jener Scott Allen zur zwischenzeitlichen 2-1 Führung im Powerplay mit einem halb hohen Handgelenkschuss passgenau. Jedoch währte die sichtbar große Freude nur sehr kurz. Noch in der gleichen Spielminute gelang Hlozek der Ravensburger Ausgleich als sich die Freiburger Defensive einmal überrumpeln ließ und der Torschütze frei stehend aus dem Slot keine große Mühe hatte, schnell Wasser in den Freiburger Wein zu gießen. Dennoch ließen sich die Wölfe von diesem Nackenschlag nicht verunsichern, nahmen das Heft des Handelns in die Hand und waren bis zu jener neunten Freiburger Strafzeit des Spiels die dominante Mannschaft. So erzwangen, erarbeiteten, erliefen sie sich in Person von Chris Billich fünf Minuten vor Schluss die dritte Führung des Spiels. Billich fälschte nach einer Druckphase, in der die nominell zweite Angriffsreihe die Towerstars in deren Verteidigungsdrittel einschnürte, nach toller Vorabeit von Neuzugang Finlay und Torschuss von Brückmann unhaltbar für Langmann ab. Die Scheibe sprang vom Pfosten zum 3-2 für Freiburg ins Ravensburger Tor. Was folgte war die oben beschriebene dramatische Schlussphase

Fazit
Der EHC schaffte den Auswärtssieg dank vieler positiver Aspekte: Während neun Unterzahlsituationen mit Glück, Geschick, Einsatz und einem super aufgelegten Goalie überstanden wurden, traf man (endlich) selbst zwei Mal im Powerplay. Chris Billich gelang nach 9 torlosen Spielen mit seinem dritten Saisontor der Game Winner. Neuzugang Finlay hat gezeigt, daß er eine Verstärkung sein kann, da er vor allem läuferisch über weite Strecken zu überzeugen wusste. So gelang ihm im ersten Spiel auch gleich der erste Scorerpunkt bei eben jenem Game Winner von Billich. Goalie Benzing zeigte eine überragende Leistung, die die Basis für diesen Auswärtssieg war. Die gesamte Mannschaft zeigte sich mental stabil, da sie sich offensichtlich von den beiden Ausgleichstreffern nicht verunsichern ließ und sich mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison (endlich) belohnte.

Tore:
0-1 (17:20) Tyson McLellan (Scott Allen, Calvin Pokorny) – PP1
1-1 (33:40) Pawel Dronia (Vincent Hessler, Martin Hlozek)
1-2 (50:18) Scott Allen (Nick Pageau, Tyson McLellan) – PP1
2-2 (27:34) Martin Hlozek (Vincent Hessler, Denis Pfaffengut)
2-3 (54:48) Chris Billich (Alex Brückmann, Liam Finlay)
2-4 (59:55) Scott Allen – EN

Strafminuten: Ravensburg 8, Freiburg 18
Überzahl-Effizienz: Ravensburg 0-9, Freiburg 2-4
Schüsse: Ravensburg 37 (14/18/15), Freiburg 34 (13/11/10)
Schiedsrichter: Daniel Kannengießer, Ulpi Sicorschi / Roman Jung, Yannik Koziol
Zuschauer: 1.931

Aufstellung:
Benzing (Cerveny)
Allen, McLellan, George / Neher, Pageau
Finlay, Linsenmaier, Billich / Brückmann, Danner
Wittfoth, Otten, Makuzki / Pokorny, Kaisler
Feist, Tschwanow, Kiefersauer / Zernikel

(Foto: Kim Enderle)

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