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10.01.2021

Auftaktniederlage gegen Frankfurt

Der EHC Freiburg hat sein erstes Spiel der DEL2-Saison 2021/22 mit 0:3 gegen die Löwen Frankfurt verloren

Nachdem die „Echte Helden Arena“ eineinhalb Jahre auf ihren ersten Eishockey-Abend vor versammeltem Publikum hatte warten müssen, kamen heute auch noch knapp zwei komplette Spieldrittel hinzu, bevor die 1685 Zuschauer das erste Tor zu sehen bekamen. Dass das Spiel dennoch durchgehend Spannung bot, lag am druckvollen, von ihrem Forechecking geprägten Spiel der Gäste und beherzten Wölfen, die immer wieder offensiv Akzente setzen konnten.

Gegen Mitte des Schlussabschnitts erlebte die Ensissheimer Straße dann ihren atmosphärischen Höhepunkt, als das Publikum seine Wölfe beinahe zum Ausgleichstreffer zu tragen vermochte. Dieser blieb jedoch aus – und Frankfurt sorgte mit dem 0:2 für die Vorentscheidung in der 51. Minute.

Das besagte Frankfurter Forechecking machte sich von Beginn an bemerkbar. So prägte es die ersten acht Minuten des Spiels und störte dabei auch das erste der beiden Powerplays des EHC in dieser frühen Phase (1./4. Spielminute) entscheidend. In der zweiten dieser Überzahlsituationen konnten die Wölfe aber die ersten gefährlichen Schüsse auf den Kasten der Gäste setzen – und diesen Schwung konnte man in zwei aufregende Spielminuten mitnehmen, in denen gleich zweimal die Kombination von Jordan George auf Christian Billich, dann Nick Pageau und schließlich Marc Wittfoth für Chancen sorgten (8.-10.).

Erneut meldeten sich aber die Löwen zurück, indem sie stets zielstrebig das Mitteldrittel überbrückten und durch ihr Forechecking nach einem Scheibengewinn einen Penalty (14.) und eine Strafzeit kurz vor Drittelende (19.) forcierten. In Kombination mit einem weiteren Freiburger Regelverstoß (diesmal ärgerlicherweise im Offensivdrittel) war nun für viel Trubel im Freiburger Drittel gesorgt – Patrik Cerveny konnte aber alle 13 Schüsse der Gäste in diesem Spielabschnitt entschärfen und die Partie torlos in die erste Pause schicken.
Auch das zweite Drittel war geprägt von Powerplays – gleich deren drei gab es zwischenzeitlich innerhalb von gut acht Minuten zu begutachten (23.-42.). Sowohl in den beiden Freiburger Überzahlspielen als auch in dem der Gäste setzten die Wölfe gezielt Akzente: Im Fünf-gegen-Vier tauchte einmal Jordan George gefährlich am langen Pfosten auf und dann hatten auch Christian Billich, der am Torraum angespielt wurde, und Christoph Kiefersauer sowie Marc Wittfoth auf dessen Rebound den lang ersehnten ersten Treffer des Spiels auf dem Schläger. Dieser sollte dann jedoch – in der nunmehr insgesamt achten Special-Teams-Situation des Spiels – den Gästen gelingen, als Carson McMillan nach einem Querpass zum 0:1 einnetzen konnte (38.). Mit diesem knappsten aller Rückstände begab sich das Rudel dann in die zweite Pause eines auf beiden Seiten etwas ruppiger gewordenen Spiels.

Zu Beginn des letzten Drittels waren die Special-Teams beider Mannschaften dann plötzlich nicht mehr gefragt. Über 15 Spielminuten hinweg sollten sich nun Wölfe und Löwen ein Duell im Fünf-gegen-Fünf liefern. Als Beginn der Freiburger Schlussoffensive lässt sich ein Alleingang von Christoph Kiefersauer sehen, der gegen gleich drei Frankfurter Akteure auf das gegnerische Tor zog (46.). Diese Aktion ließ die Stimmung in der Halle noch einmal einen Gang hochfahren und stellte den Auftakt zu fulminanten Minuten auf beiden Seiten des Eises dar.

Nach einer Chance für den stets gefährlichen Löwen Rylan Schwartz konnte sich Tyson McLellan durch einen Hechtsprung, mit dem er einen tiefen Pass vereitelte, in die Freiburger Eishockey-Herzen spielen. Kurz darauf folgte jedoch der vorentscheidende zweite Treffer der Frankfurter, der aus etwas unscheinbarer Position durch Yannick Wentzel mit der Rückhand am kurzen Eck erzielt wurde (0:2, 51.). Diese Führung hätte im weiteren Verlauf noch höher ausfallen können, wäre nicht binnen zweier Spielminuten (53./54.) Patrik Cerveny gleich dreimal zur Stelle gewesen. Nachdem dann jedoch auch das fünfte Freiburger Powerplay nicht von Erfolg gekrönt war, kam Rylan Schwartz zu seinem verdienten ersten Treffer, der den Endstand von 0:3 markierte (58.).

Der EHC wird sich mit dem Gedanken trösten müssen, heute gegen eines der Top-Teams der letzten Jahre verloren zu haben, das obendrein in dieser Saison als einziges DEL2-Team die Möglichkeit hat, mit dem Erringen der Meisterschaft in die Penny DEL aufzusteigen. Nagen wird man an den vier Strafen, die innerhalb von 22 Spielminuten gegen die Wölfe gepfiffen wurden – die aber ihrerseits, zumindest teilweise, auf das starke Offensivspiel der Gäste zurückzuführen waren. Positiv hervorzuheben gilt die Defensive, die heute des öfteren einem starken Gegner standhielt und mit Patrik Cerveni einen souveränen Rückhalt auflaufen sah.

Am Sonntag tritt der EHC Freiburg bei den Tölzer Löwen an und hofft dort auf die ersten Punkte der Saison.

Tore:
0:1 (37:48) Carson McMillan (Pierre Preto, Matt Carey) – PP1
0:2 (50:52) Yannick Wenzel
0:3 (57:23) Rylan Schwartz (Ryon Moser)

Strafminuten: Freiburg 10, Frankfurt 12
Überzahl-Effizienz: Freiburg 0-5, Frankfurt 1-4
Schüsse: Freiburg 29 (10/9/10), Frankfurt (13/10/16)
Schiedsrichter: Ruben Kapzan, Ulpi Sicorschi / Michael Sauer, Norbert van der Heydt
Zuschauer: 1.685

Aufstellung, EHC Freiburg:
Cerveny (Benzing)
Allen, George, Billich / Kurz, Pageau
Makuzki, Linsenmaier, McLellan / Brückmann, Pokorny
Kiefersauer, Otten, Wittfoth / Kaisler, Danner
Kurth, Tschwanow, Bräuner / Zernikel

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