18.04.2012

Abwehrtalent Andras Kiss im internationalen Einsatz

Mit dem Monatswechsel war die Freiburger Puckjäger die Saison zu Ende gegangen, auf Senioren wie Nachwuchstalente wartete die wohlverdiente Pause. Für einen Akteur aus den Freiburger Reihen jedoch gab es noch eine Verlängerung: Andras Kiss nahm für sein Heimatland Ungarn an der U18-Weltmeisterschaft teil.

Ungarn war Gastgeber in der Gruppe B der Division I, nach der WM-Reform ist dies nominell die dritthöchste Klasse. In Székesfehérvár stand Ungarn vor einer schwierigen Aufgabe, denn mit Weißrussland, Kasachstan, Österreich, Polen und der Ukraine warteten teils ambitionierte Verbände auf die Hausherren. Kämpfen die Senioren nämlich inzwischen regelmäßig um einen Platz in der Elitegruppe, muss der Nachwuchs noch weitaus kleinere Brötchen backen und konnte erst in der jüngsten Vergangenheit die Pendelei zwischen der Division I und II ruhen lassen. Für Andras Kiss, den 17-jährigen Verteidiger aus dem EHC-Nachwuchs, bedeutete die Nominierung in die U18-Nationalmannschaft zugleich das WM-Debüt. Zuvor hatte Kiss, der im vergangenen Sommer in den Breisgau gekommen war und nicht nur für die Freiburger Jugend auflief, sondern auch mit den EHC-Junioren die Vize-Meisterschaft feiern durfte, bereits die ungarischen Auswahlteams durchlaufen und die U16 sogar als Kapitän angeführt.

Die U18-Weltmeisterschaft verlief für Kiss und seine Teamkollegen jedoch alles andere als wunschgemäß. Das Auftaktmatch gegen Österreich verloren die Gastgeber unglücklich im Penaltyschießen, gegen die Ukraine wurde man auf dem falschen Fuß erwischt und blieb trotz einer späten Aufholjagd auch im zweiten Spiel sieglos. Gegen den Aufstiegsfavoriten Weißrussland boten die Ungarn eine starkes Spiel und konnten sogar mit einer 2:0-Führung in den Schlussabschnitt gehen. Doch auch diesmal war das Glück den Magyaren nicht hold gewesen. Vielmehr gelang den Weißrussen nicht nur der Ausgleich, sondern in der Schlussminute auch noch der Siegtreffer. Ein kraftraubender Kampf mit einem tragischen Ende für Kiss & Co. und die Strapazen sollten sich am Folgetag zeigen. Kasachstan dominierte das Aufeinandertreffen mit Ungarn, das sich aber einmal mehr im Schlussdrittel herankämpfen konnte. Pech für die Magyaren, dass die Kasachen in der Schlussphase den Sieg perfekt und den Gastgabern die Chance auf einen Punktgewinn nehmen konnten.

Somit kam es zum finalen Duell um den Klassenerhalt mit Polen. Ungarn war zwar überlegen, doch musste man über weite Strecken der Partie einem Rückstand hinterherlaufen. Kiss & Co. bewiesen aber große Moral und hielten mit dem Ausgleich im letzten Drittel die Chancen auf den Verbleib in der Division I weiter aufrecht. Allerdings ereilte Ungarn das Schicksal des gesamten Turniers: Möglichkeiten auf den Sieg waren vorhanden, allein vergönnt war den jungen Talenten dies auf heimischem Eis nicht. Die Entscheidung musste im Penaltyschießen fallen - und hier hatten die Polen das glücklichere Händchen. Mit diesem Erfolg zogen sie noch an Ungarn vorbei - für die U18-Nationalmannschaft um Andras Kiss bedeutete dies den Gang in die Division II.

Schade, dass das Abwehrtalent bei seinem Debüt auf WM-Parkett kein Erfolg vergönnt gewesen war, doch kann die ungarische Jugendauswahl im kommenden Jahr neu angreifen und die sofortige Rückkehr in die Division I anpeilen. 

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