05.11.2012

5:2-Triumph: Freiburg stürzt Spitzenreiter Regensburg

Ein großartiger Eishockeyabend in der Franz-Siegel-Halle: Der EHC Freiburg hat dank einer bärenstarken Leistung mit 5:2 gegen den EV Regensburg gewonnen. Damit hat der Aufsteiger nicht nur den bisherigen Spitzenreiter der Oberliga Süd gestürzt, sondern zugleich auch seinen Angstgegner bezwingen können.

Im Hinspiel an der Donau hatte Regensburg mit 5:0 die Oberhand behalten und wurde seinem Ruf als Freiburger Schreck einmal mehr gerecht. Auch in der Franz-Siegel-Halle legte der Tabellenführer einen starken Beginn aufs Eisparkett. Regensburg machte mit seinem ersten Wechsel bereits gehörig Druck, die EHC-Defensive um Schlussmann Christoph Mathis stand aber sicher und alsbald kam die Freiburger Maschinerie auf Touren. Setzten sich die Südbadener in der Offensive durch, wurde es für die Gäste auch gleich gefährlich. Großer Einsatz auf Seiten der Hausherren und in der neunten Minute ein Solo des absoluten Willens. Timo Linsenmaier kämpfte sich mit der Scheibe ins Angriffsdrittel und drosch die Scheibe mit aller Vehemenz durch die Schoner von EVR-Goalie Martin Cinibulk ins Netz! Das erste Oberliga-Tor des Allrounders zum 1:0 für den Aufsteiger!

Der EHC spielte weiter auf hohem Niveau und in der 12. Minute schnupperte man gar am 2:0. Wieder war es Timo Linsenmaier gewesen, der diesmal aber an der Latte scheiterte. Im Freiburger Aufgebot gibt es aber noch einen zweiten Linsenmaier: Nikolas, jüngerer Bruder und vor der Partie mit dem Dr. Georg-Heinrich Kouba Preis ausgezeichnet, machte den Familienabend in der 15. Minute perfekt. Wieder erzwangen die Südbadener den Treffer mit ihrer Willenskraft und nachdem Jeffrey Szwez wie auch Jan Kouba noch an Cinibulk gescheitert waren, drückte Linsenmaier die Scheibe über die Linie. Der EHC lag mit 2:0 in Front, und das absolut verdient. Im ersten Drittel hatte der Aufsteiger die besseren Chancen und mit Mathis zudem einen starken Rückhalt. Die beste Offensive der Liga aus Regensburg konnte ihr ganzes Potenzial derweil nicht entfalten, weil die Hausherren beherzt verteidigten.

Freiburg setzte sein starkes Spiel auch im Mittelabschnitt fort, einziges Manko war der häufige Besuch der Strafbank. In der 27. Minute störte den EHC die numerische Unterlegenheit aber nicht - vielmehr setzten Tobias Kunz und Philip Rießle zu einem 2auf1-Konter an. Das Duo spielte den Angriff perfekt aus, Kunz legte auf Rießle ab und der erzielte bereits seinen zweiten Shorthander der Saison. Die Südbadener führten nun mit 3:0 und konnten sich weiterhin auf ihr starkes Penalty Killing verlassen. Mit hohem Einsatz bewahrte der EHC seinen Vorsprung auch in Unterzahl, zudem hielt Mathis bravourös. Eine überragende Parade zeigte der 24-Jährige in der 33. Minute, als er eine abgefälschte Scheibe blitzschnell von der Linie kratzte. Auf der Gegenseite verpasste Szwez im Solo-Duell mit Cinibulk den zweiten Shorthander nur knapp.

In der 37. Minute hätte das 4:0 fallen können, wenn Fortuna den Gastgebern wohlgesonnen gewesen wäre. Ein gutes Powerplay fand seinen Abschluss in einem satten Schuss von Michael Frank - Pfosten! Pech für den EHC, der eine Minute vor der Pause doch noch das 3:1 hinnehmen musste. In Überzahl hatte Martin Ancicka getroffen und zum Ende eines ausgeglichenen Drittels verkürzen können. Vom Gegentor zeigte sich der Aufsteiger aber alles andere als beeindruckt. Kaum war der Schlussabschnitt angepfiffen, drängte Freiburg wieder auf das gegnerische Gehäuse. 31 Sekunden brauchten die Hausherren für das 4:1 durch Tobias Kunz. Regensburg hatte allerdings auch eine passende Antwort parat, erhöhte den Druck deutlich und erarbeitete sich in der 44. Minute das 4:2 durch Josef Menauer.

Der Tabellenführer hatte den Anschluss ins Visier genommen, eine weitere Unterzahl überstand der EHC jedoch unbeschadet. Die Gäste machten aber weiterhin Druck, ehe Martin Piecha eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt. Der Tscheche hatte Alexander Brückmann im Gesicht getroffen und musste aufgrund der Verletzungsfolge vorzeitig unter die Dusche. Regensburg kassierte anschließend noch eine weitere Strafe, so dass die Hausherren zwei volle Minuten mit zwei Mann mehr agieren durften. Freiburg lieferte ein druckvolles Powerplay ab, die gleiche Formation sorgte zwei Minuten lang für Dauerfeuer und hatte den nächsten Treffer mehrfach auf dem Schläger. Just als der EVR wieder zu viert war, lag die Scheibe im Regensburger Tor: Tobias Kunz hatte den Puck zum 5:2 über die Linie gebracht.

Die Entscheidung, auch wenn die Oberpfälzer in den letzten 75 Sekunden ihren Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt - und Regensburg hatte in der letzten Minute nochmal mehrere gute Chancen, aber die Freiburger stellten sich mit allem was sie hatten in den Weg und Christoph Mathis parierte einmal mehr überragend. Der EHC Freiburg triumphierte am Ende mit 5:2 über den EVR und stürzte das Top-Team von der Tabellenspitze. Forsch war der Aufsteiger zu Werke gegangen, zeigte den unbändingen Siegeswillen und lieferte läuferisch eine sehr starke Leistung ab. Zudem stand der EHC kompakt und kämpfte sich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung zum verdienten Sieg.

In der Oberliga Süd rangiert der Aufsteiger auf dem sechsten Platz. 22 Zähler stehen auf dem Freiburger Konto - damit ist man punktgleich mit vier anderen Teams, bis hin zum Tabellendritten Selb. In der kommenden Woche stehen aufgrund der Länderspielpause keine Oberliga-Partien auf dem Programm. Das nächste Spiel bestreitet der EHC Freiburg am Freitag, den 16. November 2012 um 20 Uhr. Dann gastiert der EV Füssen in der Franz-Siegel-Halle.


Am Rande der Bande
Der EV Regensburg ist eigentlich der Angstgegner des EHC Freiburg. In den letzten drei Aufeinandertreffen waren die Südbadener sogar ohne jeglichen Torerfolg geblieben. Timo Linsenmaier beendete im ersten Drittel somit eine 189-minütige Torflaute des EHC gegen Regensburg. Zugleich gelang Freiburg der fünfte Erfolg im 20. Duell mit den Oberpfälzern - wobei der letzte Heimsieg eigentlich kein solcher war, sondern einer Spielwertung zu verdanken war. So feierte der EHC streng genommen den ersten Heimsieg über den EVR seit über zehn Jahren!


Aufstellung EHC Freiburg

Tor: Fabian Hönkhaus, Christoph Mathis
Abwehr: Alexander Brückmann, Michael Frank, Lutz Kästle, Toni Klante, Dennis Meyer, Jan Nemecek
Sturm: Anton Bauer, Jonas Falb, Martin Jenacek, Jan Kouba, Tobias Kunz, Nikolas Linsenmaier, Timo Linsenmaier, Philip Rießle, Mike Soccio, Benjamin Stehle, Jeffrey Szwez, Patrick Vozar

Es fehlten: Steven Billich, Robert Peleikis, Enrico Saccomani


Statistik

EHC Freiburg - EV Regensburg 5:2 (2:0, 1:1, 2:1)

1:0 (08:43) T. Linsenmaier (Soccio)
2:0 (14:16) N. Linsenmaier (Kouba, Szwez) 5-4
3:0 (26:54) Rießle (Kunz) 4-5
3:1 (38:49) Ancicka (Selea, Sicinski) 5-4
4:1 (40:31) Kunz (Vozar, Jenacek)
4:2 (43:56) Menauer (Brandt, Flasar)
5:2 (54:31) Kunz (Frank, Vozar) 5-4

Strafen: Freiburg 16 - Regensburg 15 + 10 (Ancicka) + 20 (Piecha)
Schiedsrichter: Geoffrey Barcelo (Salzgitter)
Zuschauer: 1098

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