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12.03.2019

U11 verpasst Finalrunde in Wil/Schweiz denkbar knapp

9:3 Tore, aber nur Platz 13

U11-Turnier in Wil/Schweiz.

Es gibt Dinge im Eishockey, die lassen sich nicht einfach erklären – dazu später mehr.

Eishockey-Jungs sind aus besonderem Holz geschnitzt, das bewiesen unsere Kleinschüler um Coach Rudi Gorgenländer am Sonntag (10.3.) auf ein Neues. Um halb fünf geweckt zu werden am Sonntagmorgen, um pünktlich um sechs im Bus zu sitzen – das macht nicht jeder Zehnjährige einfach so mit. Die gut zweistündige Anfahrt zum großen Turnier in Wil im Kanton St. Gallen, oberhalb vom Bodensee, verlief problemlos. Nach der Ankunft reichte es für ein kurzes Warm-Up, und zum ersten Turnierspiel standen die Freiburger pünktlich auf dem Eis bereit.

Im ersten Match, gegen den HC Como aus Italien, entwickelte sich gleich ein intensives Match auf hohem Niveau. Beide Teams nahmen Zweikämpfe an und suchten ihr Heil in der Offensive. Como hatte zwei echte Kanten in seinen Reihen, die körperlich herausragten und auch ihren Schüssen jede Menge Pfeffer mitgaben. Der EHC setzte kleine Nadelstiche nach vorne, achtete aber vor allem darauf, dass hinten die Null stand – so der Auftrag des Trainers. Das gelang bis 50 Sekunden vor dem Ende, dann wurde im Rückraum einer der beiden Comer Riesen alleine gelassen. Sein Schuss sauste an Freund und Feind vorbei direkt ins obere Toreck, Jan Plöger im EHC-Kasten war geschlagen. Statt des möglichen Punktgewinns ging man mit 0:1 ins Turnier.

Im zweiten Match wartete mit Prättigau ein späterer Halbfinalist, den der EHC im Vorjahr im Viertelfinale noch mit 4:1 geschlagen hatte. Diesmal boten unsere Wölfe aber ihr einziges schwaches Spiel an diesem Turniertag: kaum Laufbereitschaft, zu wenig Körperspannung, und die Chancen, die sich dem EHC trotzdem boten, wurden leichtfertig vergeben. So blieb es bei einem torlosen Unentschieden, was man im Eishockey bei 18 Minuten Spielzeit nicht oft erlebt.

Im letzten Vorrundenmatch gegen Rapperswil Jona ging es schon um die Wurst. Ein Sieg musste her, sonst würde man die Finalrunde der besten Acht verpassen – was nach dem vierten Platz aus dem Vorjahr eine Enttäuschung gewesen wäre. Also legten die jungen Wölfe los wie die Feuerwehr. Rapperswil wurde in die eigene Hälfte gedrückt, phasenweise sah es aus, als hätte der EHC ein Kind mehr auf dem Eis, jedenfalls kamen die Schweizer kam einmal raus aus der Umklammerung. Aber wie eingangs erwähnt: Es gibt Dinge im Eishockey, die lassen sich nicht einfach erklären. Während die Freiburger Eltern auf der Tribüne rätselten, ob ihre Jungs inzwischen 12 oder doch eher 16 Hundertprozentige versiebt hatten, bot sich Rapperswil eine Torchance, die einzige des Spiels: Es wurde ein krummes Ding – und fand seinen Weg ins EHC-Tor. 0:1, Ende. Selten hatzte dieses Team ein Spiel so überlegen geführt und so unglücklich verloren. Aber damit war klar: die Finalrunde war passé.

In der Trostrunde ging es nun gegen Glarus, den nächsten unbekannten Gegner. Wiederum setzte Freiburg ihn unter Druck, doch erneut wollte die Scheibe einfach nicht ins verdammte Tor! Der Pfosten, der Goalie, ein Verteidiger – irgendwas war einfach immer im Weg. Natürlich kam dann wieder, was kommen musste: Glarus nutzte einen seiner seltenen Angriffe und traf. Noch ein Spiel also, das der EHC mit 0:1 verlor, obwohl man den Gegner eigentlich im Griff hatte. Vier Spiele und noch kein einziges Tor – da standen die Freiburger Spieler schon sehr bedröppelt auf dem Eis.

Coach Gorgenländer war nun als Knoten-Löser gefragt. Und tatsächlich, er brachte ihn zum Platzen – und wie! Die Spieler aus Rheinfelden/Schweiz mussten einem nun richtig leidtun, vor allem ihr Goalie. Die Freiburger schossen sich ihren geballten Frust von der Seele. Rafael Brug nutzte gleich die erste Möglichkeit aus dem Slot und traf in den Winkel. Damit war die Jagd eröffnet und der EHC veranstaltete ein richtiges Preisschießen. Am Ende stand ein 7:0, es hätte auch zweistellig enden können. Rafael Brug traf noch zwei Mal, Jan Bühler erzielte ebenfalls drei Treffer, Luca Tichelkamp steuerte auch einen bei, und die Mannschaft kam langsam wieder ins Lot.

Somit war klar, dass es am Ende um Platz 13 gehen würde – witzigerweise wieder gegen Rapperswil Jona, die den EHC zuvor die Teilnahme an der Finalrunde gekostet hatten. Dass diesmal alles anders werden würde, war schon vor dem Spiel allen Beteiligten klar. Rudi Gorgenländer fand dazu die passenden Worte. Erneut schnürte Freiburg den Gegner in dessen Hälfte ein, diesmal fielen dabei aber auch Tore: Leo Rabeiro-Hübner brachte den EHC-Nachwuchs in Führung, Luca Tichelkamp machte dann mit seinem zweiten Turniertreffer den Knopf drauf. Anschließend wurden noch massig Chancen versiebt, aber immerhin hieß es am Ende 2:0.

Damit war der Drops gelutscht: der EHC Freiburg belegte Platz 13, mit einem Torverhältnis von 9:3. Damit hatte man so wenig Gegentore kassiert wie kein anderes Team; Kompliment an unsere Goalies Jan Plöger und Lenny Waaßmann. Die Heimfahrt am Sonntagabend verlief dann zäh, es gab Staus rund um Zürich und einige Unwetter, durch die man sich kämpfen musste. Vor allem aber gab es nur ein Gesprächsthema im Bus: die Geschichte, dass man manche Dinge im Eishockey einfach nicht erklären kann. Mit etwas Glück wäre wie im Vorjahr der 4. Platz möglich gewesen bei einem Turnier, das wieder bestens organisiert war und allen Beteiligten viel Spaß bereitet hat.

EHC-Aufstellung: Jan Plöger, Lenny Waaßmann; Christian Gvanovski, Leonardo Rabeiro Hübner, Rafael Brug und Gustav Seidl; Florian Meier, Samuel Wilhelm, Luca Tichelkamp und Jan Bühler; Alexander Back, Nestor Moskaliouk, Emilio Dinges, Jannik Rutz und Michael Miller.

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