Puck Schlaeger
17.09.2020

In Euphorie gebadet

U11 bei SERC-Turnier Dritter //  

Den EHC Freiburg verbindet mit seinem nächsten Nachbarn, dem Schwenninger ERC, seit Jahren eine belastbare Freundschaft. Die Zusammenarbeit ist auf allen Ebenen stabil, im EHC ausgebildete Spieler wechseln gelegentlich auf die Baar, bisherige SERC-Kräfte unterstützen den EHC beim Aufbau eines leistungsstarken U17-Teams. Alles gut also. Trotzdem setzt natürlich ein Freiburger Sieg über ein Schwenninger Team mehr Euphorie frei als ein Sieg über einen Gegner, von dem unsere Spieler gar nicht wissen, wo der eigentlich herkommt. So gesehen hat unsere U11 am vergangenen Wochenende (12./13.9.) beim Einladungsturnier in Schwenningen schon tüchtig in Euphorie gebadet.

Das war nicht unbedingt zu erwarten, denn bei diesem Turnier warteten namhafte Gegner auf unsere Jungwölfe. Gleich vier DEL-Clubs hatten gemeldet (Schwenningen, Köln, Düsseldorf, Krefeld), dazu alte Bekannte aus Ravensburg, Stuttgart und Heilbronn.

Im ersten Spiel, gegen die Haie aus Köln, wussten die Wölfe mitzuhalten. Meist mussten sie einem Rückstand hinterherlaufen, gaben aber nie auf und glichen die Partie immer wieder aus – bis am Schluss die Haie etwas glücklicher waren. Die Wölfe konnten dennoch stolz sein, gegen diesen Gegner mitgehalten zu haben. Endstand 4:5.

Im zweiten Spiel, gegen die Nachbarn aus Schwenningen, zeigte sich, dass man bei einer vereinbarten Spielzeit von 40 Minuten nicht nach 30 Minuten die Beine hochlegen darf, sondern die volle Distanz gehen muss. Bis zur 30. Minute wogte das Spiel hin und her, es stand leistungsgerecht 3:3, dann hörten die Freiburger auf mitzuspielen und ließen den Gegner noch vier Tore markieren. Endstand 3:7.

Nach einem hektischen Mittagessen ging es dann mit vollem Magen gegen Krefeld. Anfangs tat man sich schwer gegen diesen unbekannten Gegner. Doch nach ein paar Verdauungsrunden auf dem Eis kam die Freiburger Tormaschine auf Touren. Nach zwei Niederlagen gelang gegen die Jung-Pinguine der erste Sieg. Endstand 8:5.

Nach einer ordentlichen Standpauke von EHC-Trainer Max Bauer ging es ins vierte Spiel gegen Ravensburg. Die Ravensburger Nachwuchsarbeit wird ja hochgelobt. In dieser Partie zeigten unsere Kleinschüler aber, dass man auch in Freiburg was Vernünftiges mit Kufen, Puck und Schläger anzustellen weiß. Mit schönen Kombinationen ließ man dem Gegner keine Chance und siegte deutlich. Endstand 16:3.

Das letzte Spiel das Tages war gegen Stuttgart. Hier waren die Wölfe dem jungen Gegner haushoch überlegen. Nach Rücksprache mit dem Trainer aus Stuttgart schickte Max Bauer seine erste Reihe schon zur Halbzeit zum Duschen. Endstand 17:7.

 

Am zweiten Tag ging es gegen Düsseldorf. Die Wölfe malten sich Siegchancen aus, ihre Trainer und Betreuer kamen nach Lektüre der Tabelle vom Vortag zu anderen Erwartungen – da stand für die Düsseldorfer eine Torbilanz von 168:8. Tatsächlich ging der EHC sogar in Führung… doch dann vergaß man alles, was der Trainer gesagt hatte und geriet unter die Räder. Endstand 1:21. Das tat weh!

Der Heilbronner EC war der letzte Gegner in der Vorrunde. Da er aber mit nur drei 2010ern angereist war und ansonsten nur junge Spieler dabei hatte (darunter ein 2013er Kind), stand es schnell 5:0 für die Freiburger. Wieder sprachen sich die Trainer ab, damit alle Beteiligten noch ein bisschen Spass haben konnten, auch die Heilbronner, die nicht mehr vom letzten Platz der Tabelle wegkommen konnten. Also schickte Max Bauer seine erste Reihe plus die halbe zweite Reihe in die Pause, um sich für das Halbfinale zu erholen. Endstand 15:5.

Parallel fand auf dem anderen Spielfeld die Partie Düsseldorf gegen Köln statt, die die DEG mit 16:1 gewann. Damit war klar: Das Team, das hier allen haushoch überlegen war, würde Freiburgs Gegner im Halbfinale werden!

Nochmals Düsseldorf also. Doch diesmal zeigten die Wölfe Zähne, bissen sich rein in die Partie, kämpften um jeden Millimeter. Je länger die Partie dauerte, desto mehr wurde evident, dass Düsseldorf eben vier ausgeglichene, starke Reihen dabei hatte. Immerhin holten sich die Wölfe ein Fleißsternchen – sie schafften es, die wenigsten Treffer der Düsseldorfer in einer Partie zuzulassen. Endstand 1:8.

Damit hieß es im Spiel um Platz 3 wieder „Derbytime“: Schwenningen gegen Freiburg. Diesmal hatten die Wölfe mehr Biss als in der Vorrunde und spielten viele Angriffe konsequent zu Ende. Doch auch die jungen Schwenninger mobilisierten zum Abschluss ihres Turniers die allerletzten Kräfte. So ging die Führung ständig hin und her, am Ende gelangen den Wölfen zwei Treffer mehr. Endstand 9:7. Das bedeutete den viel umjubelten dritten Platz in diesem hochkarätig besetzten, glänzend organisierten Turnier. Das Finale gewann dann – aufmerksame Leser werden es schon ahnen – die Düsseldorfer EG mit einem 10:2 gegen Köln.

Die Leistung großartig, die Ergebnisse bemerkenswert: Unsere Wölfe konnten stolz und zufrieden vom Eis gehen. Der EHC Freiburg dankt Trainer Max, der seine Stimme für den dritten Platz geopfert hat. Er dankt allen Eltern, die ihre Kinder nach Schwenningen fuhren, obwohl sie wegen der Hygiene-Auflagen nicht in die Halle durften und die Spiele ihrer jungen Helden nicht vor Ort verfolgen konnten. Ein Riesen-Dank gilt auch den Schwenningern für ein – trotz aller Widrigkeiten – super organisiertes Turnier und für den Livestream, den alle zu Hause Gebliebenen und alle vor der Halle Stehenden begeistert verfolgt haben. Topp!

Raphael Vögele/tok

Für die Wölfe im Einsatz: Tor: Collin Lieberwirth, Lucas Hafner. Verteidigung: Ben Vögele, Dominik Bauer; Dan Nadan, Theo Vogtmann; Gabriel Stroh, Wladislav Flat; Noel Madach, Lias Reber; Fynn Hörmann, Lennart Kessler. Sturm: Fabian Bräuner, Maxim Hess; Tim Becker, Diego Fink; Daniel Ginder, Jesper Salzmann; Lukas Rutz, Roman Fischer

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