ESV Kaufbeuren - EHC Freiburg 1-2 n.P.

Für das Auswärtsspiel beim ESV Kaufbeuren entschied sich EHC-Coach Leos Sulak diesmal für den Einsatz von Verteidiger Vladimir Kames anstelle von Angreifer Petr Haluza. Freiburg setzte von Beginn auf eine kompakte Defensive und Absicherung nach hinten, sicher wollte man keine Torflut mehr erleben wie beim ersten Aufeinandertreffen in Kaufbeuren im Oktober, das mit 10-5 an die Hausherren ging. Jonathan Boutin gewohnt unaufgeregt im Tor, bei Scheibenbesitz zielstrebige Angriffe nach vorne und wenn Vrbata und Co. einmal unter Druck gerieten, nahmen die Wölfe auch das Icing - der EHC agierte in den ersten zwanzig Minuten mit kühlem Kopf und kam dabei auch durchaus zu Chancen. Die beste Gelegenheit hatte Marc Wittfoth aus zentraler Position (er hatte schon zaghaft die Arme zum Jubeln hochgerissen) und Tobias Kunz am kurzen Pfosten, beides Mal rettete ESVK-Keeper Stefan Vajs mit einem erstklassigen Reflex. Aber auch sein Gegenüber Jonathan Boutin konnte sich einige Male auszeichnen, die beste Chance im ersten Drittel für Kaufbeuren vergab Marc Schmidpeter, der nach einem starken Antritt frei vor dem Freiburger Tor auftauchte, seinen Rückhandschuss aber nicht an Boots vorbeibringen konnte. Am Ende blieb der erste Abschnitt torlos, mit Vorteilen für die Hausherren, die läuferisch einen Tick besser waren.

Im zweiten Drittel erarbeitete sich Kaufbeuren dann eine knappe 1-0 Führung - durchaus verdient, da die Buron Joker in dieser Phase einfach mehr vom Spiel hatten. Maximilian Hadraschek brachte seine Farben in der 26. Minute durch eine beherzte Aktion in Führung, auch nach dem 1-0 blieb Kaufbeuren am Drücker, Jonathan Boutin entschärfte im Minutentakt die Versuche des ESVK. Als der EHC in der 31. Minute einmal Entlastung fand, wurde es auch gleich brenzlig: Die Scheibe blieb Zentimeter vor der Kaufbeurer Torlinie liegen, bevor sich alles und jeder darauf stürzte und am Ende Freiburg jubelte. Ralph Bidoul konnte aus seiner Position nicht sehen, ob die Scheibe wirklich hinter der Linie war und entscheidend folgerichtig auf "kein Tor" - gemäß der goldenen Schiedsrichter-Regel: "was Du nicht siehst, kannst Du nicht pfeifen". Den Rest des zweiten Abschnitts ging wiederum zu größten Teilen an Kaufbeuren, die sogar in Unterzahl eine gute Konter-Gelegenheit hatten, aber Boots hielt den EHC in dieser Phase im Spiel.  

Im Schlussdrittel steigerte sich der EHC langsam, aber sicher. Je länger es 1-0 stand, desto eher schien es zu einem Kampf gegen die Uhr zu werden, die Möglichkeiten waren da - nur gelang es einfach keinem der EHC-Angreifer Stefan Vajs im Kaufbeurer Tor zu überwinden. Die Hausherren selbst tauchten immer seltener vor dem Freiburger Gehäuse auf, dagegen erspielte sich der EHC in den letzten Minuten eine Fülle an Chancen: Tobi Kunz stand in der 54. Minute völlig frei vor Vajs, scheiterte jedoch am ESVK-Keeper. Rund vier Minuten vor dem Ende klappte es dann aber doch noch, Niko Linsenmaier fälschte einen Schuss von David Vrbata ab, Vajs hatte keine Abwehrmöglichkeit und es stand 1-1! Zwei Minuten vor dem Ende hatte Freiburg sogar noch die Riesen-Riesenchance zur Führung, nach einem zwei auf eins Konter über Marc Wittfoth und Dennis Meyer landete die Scheibe bei Tobias Bräuner, der mit seinem Nachschuss allerdings an Vajs scheiterte. Es blieb beim 1-1 nach 60 Minuten, in der Verlängerung (in der Freiburg die etwas aktivere Mannschaft war) fielen keine weiteren Treffer, so dass der Sieger dieser Partie im Penaltyschießen gefunden werden musste. Beim EHC bestritt Christoph Mathis anstelle von Jonathan Boutin den Shootout, er konnte einen Schuss der Hausherren entschärfen, der Versuch von Oppolzer ging an den Pfosten und St. Jacques vertändelte beim Anlaufen die Scheibe. Auf Freiburger Seite traf Marc Wittfoth, so dass der EHC schließlich zwei Punkte aus dem Allgäu mit nach Hause nehmen konnte. Der Sieg geht durchaus in Ordnung, Freiburg stand gut in der Defensive und hatte gegen Ende der Partie dann auch etwas mehr vom Spiel, sowie den nötigen Punch in der Schlussphase. 

Tore:
1-0 (25:37) Maximilian Hadraschek (Marc Schmidpeter/Daniel Pfaffengut)
1-1 (55:57) Niko Linsenmaier (David Vrbata/Lutz Kästle)
1-2 (65:00) Marc Wittfoth (Penaltyschießen)

Zuschauer: 1.624
Schiedsrichter: Ralph Bidoul
Strafminuten: Kaufbeuren 4; Freiburg 10

Die Freiburger Aufstellung:
Boutin
Rießle, Brückmann / Kunz, Linsenmaier, Vrbata
Vavrusa, Schusser / Herm, Svanhal, Karachun
Kames, Kästle / Wittfoth, Bräuner, Meyer
Henry, Hynes, Rupp