ehc freiburg erc schwenningen 11082018
11.08.2018

Derby-Krimi! EHC verliert erst im Shootout

In einem hochklassigen und ausgeglichenen Schwarzwald-Derby hat der EHC Freiburg gegen den Erzrivalen aus Schwenningen erst nach Penalty-Shootout mit 2:3 (1:0, 0:1, 1:1, 0:0) verloren.

Was. Für. Ein. Derby! Über 60 Minuten plus Verlängerung plus Penaltyschießen konnte der EHC sein Heimdebüt der Saison 2018/19 gegen den SERC nicht nur ausgeglichen gestalten, sondern schnupperte bis zur letzten Sekunde sogar am Sieg. Nachdem die Wölfe zweimal - durch Alex Miner Barron und Marc Wittfoth - verdient in Führung gegangen waren, gelang den Schwenningern jeweils der Ausgleich und schließlich durch Philip McRae der Siegtreffer im Shootout. Einen Klassenunterschied zwischen dem gastgebenden DEL2-Ligisten und den höherklassigen Gästen aus der DEL konnten die mehr als 2500 Fans in der Franz-Siegel-Halle allerdings über die komplette Spieldauer nicht ausmachen. Alle vier Reihen, die Trainer Leos Sulak im zweiten Testspiel der Saison aufs Eis schickte, gingen konzentriert zu Werke und überzeugten nicht nur mit Disziplin und mannschaftlicher Geschlossenheit, sondern über weite Strecken auch mit technischer Finesse und Spielwitz.

Die Special Teams
Sowohl für Über- als auch Unterzahl gab es im Laufe der Partie etliche Chancen zum Üben. Dabei zeigte sich vor allem, dass den EHC-Fans auch in der anstehenden Saison vor Strafzeiten gegen das eigene Team nicht bange sein muss. Nachdem Freiburg schon in vergangenen Spielzeit die gesamte Liga in dieser Statistik anführte, präsentierten sich die Wölfe auch gegen die Wild Wings mit einem Mann weniger zumeist bombensicher. Zwar fiel der 1-zu-1-Ausgleich im Schwenninger Powerplay, in den übrigen - nicht wenigen - Situationen ließen Goalie Matthias Nemec und seine Vorderleute aber insgesamt nur wenige große Chancen zu.
Auch in Überzahl zeigte das Team von Coach Sulak gute Ansätze und - insbesondere für diesen frühen Zeitpunkt - erstaunliche Harmonie. Zwar klappte erwartungsgemäß noch nicht jeder taktische Kniff, aber immer wieder konnten sich die Freiburger Formationen im Drittel der Gäste festsetzen und auch das 1:0 durch Miner Barron fiel in numerischer Überlegenheit.

Die Neuen
In einem Team, in dem alle Einzelspieler sichtbar an einem Strang zogen, überzeugten auch die Neuzugänge. Positiv hervor stach erneut die Sturmreihe um Mason Baptista, Jiri Fronk und Sergej Stas, die vor allem ab dem zweiten Drittel immer wieder mächtig Druck aufbaute und es schaffte, sich auch bei 5-gegen-5 mehrmals dauerhaft in der Angriffszone festzusetzen. Einen sehr guten Eindruck hinterließ heute aber auch und vor allem Alex Miner Barron - nicht nur wegen seines Tores. Der US-Amerikaner stand defensiv sicher und steuerte zudem ein ums andere Mal kluge Aufbaupässe und gefährliche Abschlüsse bei. In mehr als überzeugender Frühform zeigte sich nicht zuletzt auch Matthias Nemec. Der Torhüter, der im Sommer aus Riessersee kam, brauchte zwar etwas, ins Spiel zu kommen, strahlte dann aber immer mehr Sicherheit aus. Und selbst wenn er die Scheibe nicht im ersten Versuch zu fassen bekam, behielt er stets die Übersicht und vereitelte mehrere Großchancen mit seinen schnellen Reflexen.

Die Szene des Spiels
In der 42. Minute passierte das, worauf vermutlich einige Fans von Beginn an sehnsüchtig gewartet hatten. EHC-Stürmer Marc Wittfoth und SERC-Verteidiger Benedikt Brückner gerieten hinter dem Schwenninger Tor aneinander und lieferten sich einen kurzen, aber astreinen Faustkampf - den Wittfoth zur Freude der Nordkurve per Ringkampfeinlage beendete. Wie es sich für ein Derby gehört fand die körperliche Auseinandersetzung also auf dem Eis und nicht auf den Rängen statt.

Der entscheidende Moment ...
... war in diesem Fall tatsächlich der allerletzte des Spiels. Erst Philip McRaes verwandelter Penalty brachte die Entscheidung in einem Spiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient hatte.  

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