Abwehrschlacht mit Punktgewinn
Der EHC Freiburg hat sein Auswärtsspiel bei der Düsseldorfer EG nach einem Stand von 2:2 nach 65 Minuten im Penaltyschießen verloren.
58 Minuten lang ging sie gut, die Abwehrschlacht der Wölfe mit Hunderten ihrer Fans im Rücken, die mit einem Sonderzug angereist waren – doch schließlich kam der Gastgeber dann doch zu seinem verdienten Ausgleichstreffer zum 2:2.
Dass der EHC es sich leisten konnte, solche Strecken des „Einbahnstraßen-Eishockeys“ zuzulassen, lag insbesondere an seinem überragenden Rückhalt in Person von Patrik Cerveny, der spätestens ab seinem Save gegen Luca Tosto in der 28. Minute zum entscheidenden Spieler seiner Farben avancierte.
Bis zu diesem Zeitpunkt ließ sich der Auftritt der Wölfe als äußerst effizient beschreiben, nachdem ihre wenigen Chancen im ersten Drittel sie mit einer Zwei-Tore-Führung in die erste Pause gingen ließen. Aus einem wohl kalkulierten Auftritt in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt wurde dann jedoch über weite Strecken eine Schlacht mit dem Rücken zur Wand, in der die DEG in der 37. und 59. Minute zu hochverdienten Treffern kam.
Dass sich der Großteil dieser Partie stets auf einer Seite des Eises abspielen würde, der EHC aber eine gewisse Effizienz an den Tag legen würde, zeichnete sich bereits in den Eröffnungsminuten ab, in denen Düsseldorf druckvoll begann, die Wölfe jedoch durch einen Scheibengewinn im gegnerischen Drittel durch Shawn O’Donnell nach drei Minuten zu ihrem ersten Treffer kamen.
Der Dauerverkehr im Freiburger Drittel brachte nach zehn Minuten den im Eishockey oft unumgänglichen Kollateralschaden einer Strafe gegen das in die Verteidigung gedrängte Team mit sich. Alexander De Los Rios und Nikolas Linsenmaier kämpften sich nacheinander am späteren Penalty-Matchwinner und DEG-Goldhelm Yushiroh Hirano ab, woraufhin Linsenmaier die Strafbank aufsuchen musste – doch der EHC überstand diese Spielphase (wie auch die anderen beiden Unterzahlspiele, die folgen würden) schadlos.
Die vermeintlich beste Torgelegenheit in diesen Minuten hätte beinahe Paul Bechtold bei dessen Rückkehr ins Freiburger Aufgebot gehört – doch der neue Reihenkollege von Julian Airich und Christian Kretschmann konnte ein tiefes Anspiel nicht unter Kontrolle bringen.
All dies war zur ersten Pausensirene hin jedoch beinahe in Vergessenheit geraten, da Eero Elo mit einem trockenen Schlenzer den freien Raum um sich herum 90 Sekunden vor Drittelende in das 2:0 für seine Farben umwandelte (19.).
Ein weiterer fulminanter Start der DEG im zweiten Drittel wurde durch den Umstand versinnbildlicht, dass die Starter der Wölfe in diesem Spielabschnitt über zwei Minuten gegen anstürmende Düsseldorfer Reihen verteidigen mussten, ohne selbst die Gelegenheit für einen Wechsel zu bekommen. Freiburg suchte in dieser Phase sein vermeintliches Glück in Kontern, die jedoch nicht zu nennenswerten Chancen führten – ironischerweise lag es ausgerechnet an einem solchen Breakaway, dass Düsseldorf zu seinem Anschlusstreffer kam: Ex-Wolf Kevin Orendorz legte dabei die Scheibe quer auf Ture Linden, der nur noch zum 1:2 einschieben musste (37.).
Die Gastgeber verstanden es nun, mit viel Tempo in Richtung Patrik Cerveny zu agieren – und ein Schuss von Max Faber ans Lattenkreuz hätte bereits schon im Mitteldrittel für den Ausgleich sorgen können.
Ein weiteres Mal lag dieser im Schlussabschnitt im zweiten Unterzahlspiel für den EHC in der Luft. Hatte man den Gegner im ersten Vier-gegen-fünf noch größtenteils neutralisiert, lag nun Luca Tosto der Ausgleich buchstäblich auf dem Schläger; und ebenso urplötzlich stand Linden daraufhin mit dem potentiellen 2:2 vor Cerveny, das dieser jedoch vereiteln konnte.
Zwar nicht in einem Powerplay, aber dennoch bei nummerischer Überzahl, weil Torhüter Ryan Bednard das Eis verlassen hatte, kam die DEG schließlich in einem Sechs-gegen-fünf zu ihrem verdienten Ausgleich, der knapp 100 Sekunden vor Ende mit einem satten Onetimer von Yushiroh Hirano erzielt wurde.
In der Verlängerung galt es für den EHC, ein drittes Mal eine Unterzahl zu überstehen, bevor dann im Penaltyschießen das Duell der Zusatzschützen O’Donnell gegen Hirano der japanische Nationalspieler für sich entschied.
Ohne Travis Ewanyk im Aufgebot konnten die Wölfe somit zumindest mit einem Punkt im Gepäck aus dem Ort ihres 3:1-Erfolgs von 12 Tagen zuvor in den Breisgau zurückkehren. Keine 48 Stunden nach diesem Aufeinandertreffen gegen einen Konkurrenten, den vor dem Spiel nur vier Punkte von einem Playdown-Platz trennten, wird der EHC am Sonntag, 4.1. um 16 Uhr in Bad Nauheim bei einem direkten Tabellennachbarn antreten, der bei jetzigem Stand sein Gegner in einer Playdown-Serie wäre.
Tore:
0:1 (03:07) O’Donnell
0:2 (18:29) Elo (Linsenmaier, Ilestedt)
1:2 (36:33) Linden (Orendorz, Tosto)
2:2 (58:12) Hirano (Linden, Faber) – EA
3:2 (65:00) Hirano – GWS
Schüsse: Düsseldorf 46 (14/14/13/4/1), Freiburg 20 (7/4/7/2/0)
Strafminuten: Düsseldorf 2, Freiburg 6
Überzahleffizienz: Düsseldorf 0-3, Freiburg 0-1
SchiedsrichterInnen: Laudan, Klijberg / Dietrich, Ernst
Zuschauer: 6713
Aufstellung:
Cerveny (Hegmann)
Elo-Linsenmaier-Ilestedt / Hempel-Ventelä
Mühlbauer-O‘Donnell-Schwamberger / De Los Rios-Kühnhauser
Bechtold-Kretschmann-Airich / Heider-Trinkberger
Majher-Ludwig
Foto: Birgit Haefner























