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03.01.2019

Eine wertvolle Erfahrung - U13 in Marly (Schweiz)

U13-Turnier in Marly.

Um es kurz zu machen: Das Knaben-Team des EHC war am 29./30. Dezember zu einem Moskito-Top-Turnier in Marly bei Freiburg/Schweiz und hat dort mächtig auf die Mütze bekommen. Bis auf ein 5:5 gegen Fribourg-Gottéron gab es vier deutliche Niederlagen und am Ende einen angemessenen letzten Platz. Punkt.

Dennoch wird sich die Teilnahme an diesem sportlich und organisatorisch hochklassigen Turnier noch als wichtige Erfahrung für unsere U13 herausstellen. Für das Teambuilding waren die zwei Tage und zwei Nächte wertvoller als jedes bisherige Turnier, weil sich alle Beteiligten in freundlicher, wertschätzender Atmosphäre näher kamen. Selten wurde in diesem Team so viel gelacht. Allein der hochmoderne Zivilschutzbunker (Ceran-Kochplatten, Miele-Spülmaschine, Matratzenlager auf 3 Geschossen), den uns der Veranstalter preisgünstig zugeteilt hatte, war eine Wucht. Im Speisesaal ging es 48 Stunden lang hoch her; die Jungs waren eine gut gelaunte Einheit, und auch unter den mitgereisten Eltern und Staff war die Stimmung prächtig.

Personaltechnisch hatte Trainer Peter Salmik damit zu kämpfen, dass einige Kinder noch kurz vor der Abreise wegen Verletzung oder Grippe absagen mussten. Dank der freundlichen Unterstützung von drei Jungs aus Hügelsheim/Waldbronn (Ian Remmer, Rasmus Berchtold, Asanee Uljaky) kam der EHC-Kader immerhin auf 14+1 Spieler; im dritten Block waren aber immer wieder neue Rochaden nötig.

EHC-Torwart Marko Uhrig fuhr zwar am Freitag mit nach Marly. In der Nacht vor dem ersten Spiel wurde er aber von einem Magen-Virus überfallen und musste anderntags von seinen Eltern abgeholt werden. So lastete die Verantwortung für fünf Fulltime-Einsätze auf unserem jungen Goalie Jan Plöger.

Trotz alledem zeigte das geschwächte EHC-Team zum Auftakt, was in ihm steckt. Gegen Fribourg-Gottéron (Kanton Freiburg) entschieden unsere Jungs die temporeiche erste Spielhälfte mit 5:1 für sich. Eine Reihe vermeidbarer EHC-Fehler ließ den Gegner bis zur Schluss-Sirene aber noch zum 5:5 ausgleichen.

Der Frust über den verpassten Auftaktsieg war so groß, dass der EHC die zweite Partie, gegen den späteren Finalisten SC Lyss (Kanton Bern), mit 1:7 verlor. Beim 0:3 gegen Les Griffons (Kanton Freiburg) verhinderten Pfosten, Latte und der gegnerische Torhüter ein besseres Resultat für den EHC.

In der zweiten Bunker-Nacht bekamen viele unserer Jungs nur unwesentlich mehr Schlaf als in der ersten. Das machte sich am frühen Sonntagmorgen – Spielbeginn 7.45 Uhr – gegen den HC Montblanc (Frankreich) schnell bemerkbar; die Partie endete 2:5.

Somit zog man als Gruppenletzter in das Spiel um Platz 9 ein. Gegner war hier Khimik Nowopolotsk Minsk. Viele EHC-Jungs trafen zum ersten Mal im Leben auf eine (weiß)russische Mannschaft. Entsprechend groß war der Freiburger Respekt vor Minsk, das schließlich mit 7:2 gewann. Den Turniersieg holte sich anschließend der HC Lugano, der das ganze Turnier über am körperbetontesten aufgetreten war, durch ein 2:1 gegen Lyss.

 

Erkenntnisse aus Marly

Die Nachwuchs-Leitung des EHC bemüht sich, in jeder Saison jedem Nachwuchs-Team ab der U7 die Teilnahme an einem großen, „aufregenden“ Turnier zu ermöglichen. Das sollte möglichst außerhalb des EBW-Rahmens stattfinden, gerne im Ausland, damit unsere Spieler auch mal neue Hallen, neue Gegner, neue Spielweisen kennen lernen.

Bei der Auswahl der Turniere achten wir auf möglichst hohes Spielniveau – auch wenn das bedeutet, dass nicht mit einem EHC-Durchmarsch zum Turniersieg zu rechnen ist. Unsere Mannschaften sollen lernen, mit hohen Herausforderungen umzugehen und sie im Team zu lösen. Darum gilt folgende Marschroute:

Die EBW-Runde spielen wir für die persönliche und mannschaftliche Weiterentwicklung, die Turniere spielen wir für Ergebnisse. Auf Turnieren wollen wir das Mannschaftsgefüge und den Zusammenhalt unter Trainern, Betreuern, Spielern und Eltern festigen – und auch sehen, wo wir sportlich im großen Rahmen stehen. Bei internationalen Turnieren zählt vor allem die Leistung. Da repräsentieren wir den EHC Freiburg und zeigen das auch. Wenn wir ein Turnierspiel gewinnen können, tun wir das Nötige dafür.

 

Aus der Tatsache, dass unsere U13 beim Moskito-Top-Turnier in Marly kein Spiel gewonnen hat, nehmen wir drei Erkenntnisse mit:

1. Selbst kleine Schweizer Clubs sind vielen BaWü-Vereinen (und definitiv dem EHC) taktisch und in der Spielorganisation weit voraus. Auch in komplexen Über/Unterzahl-Situationen und bei Schnellangriffen wussten die allermeisten Spieler unserer Gegner, wo ihre Ausgangsposition, welcher Pass sinnvoll und welche Linie zu halten ist.

2. Je mehr Teambereitschaft und Teamfähigkeit, desto mehr Erfolg. In BaWü-Spielen (und definitiv im EHC) sieht man selbst in der U13 noch Spieler, die einen Abstauber zum 9:2 in der letzten Spielminute mit Ehrenrunde vor ihren Eltern und Jubelgeste à la Stanley-Cup feiern; leider vergessen sie, ihren Teamkollegen für die Vorarbeit zu danken. Bei keiner Mannschaft in Marly waren solche eitlen Spirenzchen zu sehen. Gejubelt wurde im Team.

3. Läuferisch und stocktechnisch gibt es im EHC noch viel zu tun. Packen wir es an!

 

Toni Klein

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