03.02.2013

Heimniederlage: Tölz gleicht die Playoff-Serie aus

130301toelzpse.jpgFür den EHC gab es nur schwer einen Weg durch die sichere Löwen-Defensive. (Foto: Patrick Seeger)

Der EHC Freiburg hat in der Playoff-Serie gegen die Tölzer Löwen den Ausgleich hinnehmen müssen. Vor über 2100 Zuschauern in der stimmungsvollen Franz-Siegel-Halle setzte sich der Titelverteidiger verdientermaßen durch und gewann mit 5:1 beim Aufsteiger. Bereits am Sonntag folgt das dritte Match im Isarwinkel.

Nach dem Freiburger Auswärtserfolg am Dienstag zeigten die Gäste von Beginn an, dass sie ihr Heimrecht in der Serie zurückerobern wollten. Druckvoll agierten die Löwen und bestimmten mit ihrem Offensivdrang das Geschehen auf dem Eis, zudem störten sie den Aufbau der Hausherren bereits sehr früh. Dem EHC gelang es aber zugleich, mit diszipliniertem Spiel die Scheibe aus der Gefahrenzone herauszuhalten und den Oberbayern nur selten günstige Abschlusspositionen zu bieten. Zudem entschärfte Christoph Mathis die hochkarätigen Chancen der Löwen, so parierte er einen Tölzer Alleingang mit einer tollen Reaktion. Vor dem gegnerischen Gehäuse indes tauchte Freiburg nur selten gefährlich auf und musste sich vornehmlich mit seinen defensiven Aufgaben beschäftigen.

Mitunter wurde es auch ruppig auf dem Eis

Mitunter wurde es auch ruppig auf dem Eis. (Foto: Patrick Seeger)

Zwischenzeitlich lag die Scheibe zwar im südbadischen Kasten, aber anerkannt werden konnte der Treffer nicht, weil er mit der Hand erzielt worden war. In der 19. Minute war aber alles korrekt, als Bad Tölz nach einem Bully in der neutralen Zone schnell schaltete und Florian Strobl auf dem rechten Flügel geschickt wurde. Der Löwen-Topscorer setzte den Puck zur Gäste-Führung unhaltbar unter das rechte Lattenkreuz. Die Südbadener versuchten umgehend Druck aufzubauen und erzwangen ein Powerplay, doch hierbei musste Mathis mit einer weiteren Großtat einen Shorthander von Thomas Merl vereiteln. Auch im Mittelabschnitt dominierten die Gäste und verzeichneten mehr wie bessere Chancen, scheiterten aber immer wieder an Mathis.

Allerdings erlaubte sich der EHC mittlerweile zu viele leichte Fehler, die nicht nur darin mündeten, dass das Spiel nach vorne weiter stockte, sondern auch in Gegentoren. So war dem 0:2 ein kapitaler Abwehrfehler vorausgegangen - Yanick Dubé durfte aus der Kurzdistanz frei abschließen. Wenig später folgte das 0:3 durch Maximilian Kammerer nach feiner Vorarbeit von Franz Mangold. Bad Tölz bestrafte den Aufsteiger konsequent für jede Unachtsamkeit. In der 29. Minute bot sich den Gästen die Gelegenheit, ihre Führung noch weiter auszubauen. Einen Penalty konnte Mathis aber gekonnt abwehren. Auf der Gegenseite erhielt der EHC eine weitere Überzahl und nutzte diese zum 1:3. Konstantin Firsanov war auf dem rechten Flügel der Grundlinie entlang vor das Tölzer Tor gezogen und hatte die Scheibe über die Linie gedrückt.

Jubel nach dem 1:3 durch Konstantin Firsanov

Das 1:3 durch Firsanov verlieh dem EHC neuen Schwung. (Foto: Achim Keller)

Zwar folgte eine Freiburger Strafe, doch hatte der EHC nun den Anschlusstreffer auf dem Schläger. Martin Jenacek war in Unterzahl bei einem Alleingang gefoult worden und trat zum Penalty an. Der tschechische Stürmer scheiterte allerdings an Löwen-Torfrau Viona Harrer. Die Hausherren fanden nun aber besser in die Partie und wurden offensiv stärker, die Oberbayern jedoch blieben stets gefährlich. Bis zur zweiten Pause änderte sich am 1:3 aus Freiburger Sicht nichts mehr. In das letzte Drittel starteten die Südbadener mit reichlich Schwung und drängten auf den zweiten Treffer. Die passenden Chancen erspielte sich der EHC auch, doch fehlte es an diesem Abend an der Effektivität, zumal Harrer mehrmals glänzend parierte. Freiburg konnte die Partie endlich ausgeglichen gestalten, doch im entscheidenden Moment sorgten die Gäste für die Vorentscheidung. In der 51. Minute schloss Michael Fischer einen Gegenstoß mit dem 1:4 ab. Wenige Minuten später besiegelten die Löwen den Sieg in Überzahl, Strobl hatte einen Distanzschuss abgefälscht.

Ein verdienter Erfolg für den Titelverteidiger, der über zwei Drittel die klar bessere Mannschaft gewesen war und dem EHC dabei nur wenig gute Chancen gestattete. Die Freiburger Akteure leisteten sich im Vergleich zum Auftaktspiel zu viele individuelle Fehler, welche Bad Tölz zu nutzten wusste, zudem fehlte diesmal auch die nötige Effektivität und Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse. An Willen und Einsatz mangelte es der jungen EHC-Truppe nicht und sie hielt die Partie bis weit in den letzten Abschnitt offen. Das wurde auch von den Fans honoriert, die ohnehin für eine prächtige Kulisse für das Playoff-Heimspiel gesorgt hatten. Mit einer tollen Choreografie beim Mannschaftseinlauf und mit einer lautstarken Atmosphäre hatten sie dem Match den passenden Rahmen gegeben. Weiter geht es in der Serie am Sonntag mit Spiel 3, ab 18 Uhr in Bad Tölz.

Choreografie EHC vs. Bad Tölz

Eine schöne Choreografie, die sich auch über die Sitzplätze erstreckt hatte. (Foto: Achim Keller)


Aufstellung EHC Freiburg

Tor: Fabian Hönkhaus, Christoph Mathis
Abwehr: Alexander Brückmann, Michael Frank, Lutz Kästle, Toni Klante, Dennis Meyer, Robert Peleikis
Sturm: Anton Bauer, Jonas Falb, Juraj Faith, Konstantin Firsanov, Martin Jenacek, Jan Kouba, Nikolas Linsenmaier, Philip Rießle, Enrico Saccomani, Benjamin Stehle, Jeffrey Szwez, Patrick Vozar

Es fehlten: Steven Billich, Tobias Kunz, Timo Linsenmaier, Mike Soccio


Statistik

EHC Freiburg - Tölzer Löwen 1:5 (0:1, 1:2, 0:2)

0:1 (18:02) Strobl (Schwarz)
0:2 (24:14) Dubé 4-4
0:3 (27:15) Kammerer (Mangold)
1:3 (30:28) Firsanov (Szwez, N. Linsenmaier) 5-4
1:4 (50:53) M. Fischer (Walleitner, Eder)
1:5 (54:38) Strobl (C. Kolacny, Kottmair) 5-4

Strafen: Freiburg 12 - Bad Tölz 14
Schiedsrichter: Sascha Westrich (Zweibrücken)
Zuschauer: 2102

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