01.07.2013

Freiburg punktet beim Dritten Selb

130106selbkea.jpgPatrick Vozar traf zum zwischenzeitlichen 1:0. (Foto: Achim Keller)

Der EHC Freiburg ist mit einem Punkt von seiner Auswärtsfahrt aus Oberfranken zurückgekehrt. Bei den Selber Wölfe mussten sich die Südbadener erst im Penaltyschießen mit 4:5 geschlagen geben. Beim Tabellendritten lieferte der Aufsteiger eine gute Leistung ab und war dem Sieg in einer dramatischen Schlussphase nahe gewesen.

Nach der bitteren Heimniederlage gegen Weiden hatte sich der EHC im fernen Selb von Beginn an deutlich verbessert präsentiert und die Hausherren sogleich mit einer furiosen Anfangsphase überrascht. Bereits in der ersten Minute verzeichnete Freiburg drei hochkarätige Chancen, doch scheiterten zweimal Tobias Kunz und einmal Jeffrey Szwez im Abschluss. Die Gäste spielten forsch und kamen zu weiteren Möglichkeiten, während man defensiv stabil stand und Schlussmann Christoph Mathis die Selber Angriffe entschärfen konnte. Die offensive Durchschlagskraft bescherte Freiburg folgerichtig den Führungstreffer. In der elften Minute führte ein schneller Angriff zum 1:0 durch Kapitän Patrick Vozar. Erst nach dem Rückstand fanden die Oberfranken besser ins Spiel und konnten mehr Druck auf das südbadische Gehäuse ausüben. Als der EHC die Scheibe in die 16. Minute nicht aus dem eigenen Drittel brachte, schlug Selb in Person von Kyle Piwowarczyk zu.

Mit dem 1:1-Remis ging es in die erste Pause, zugleich ein leistungsgerechter Spielstand. Auf Augenhöhe waren beide Teams auch im zweiten Abschnitt, gute Einschussmöglichkeiten boten sich sowohl Freiburg wie auch Selb ausreichend. Doch immer wieder waren die Torleute Endstation: Sei es Mathis beim EHC oder Suvelo im Selber Kasten, der unter anderem gegen Anton Bauer gleich mehrfach zur Stelle war. Vorlegen durften schließlich die Hausherren, Sebastian Lehmann ließ Mathis bei einem Alleingang keine Chance. Die Antwort des Aufsteigers folgte aber nur wenig später in Überzahl. Jan Nemecek hatte von der blauen Linie abgezogen und den Abpraller brachte Nikolas Linsenmaier im Netz unter. Der verdiente Ausgleich für die Freiburger Equipe, die bei einem Pfostentreffer von Vozar zwischenzeitlich auch im Pech gewesen war. 2:2 zur zweiten Pause, weiterhin spiegelte das Ergebnis auch das Geschehen auf dem Eis wieder.

Erst im letzten Abschnitt veränderten sich die Kräfteverhältnisse deutlich: Selb war nun klar tonangebend, setzte sich immer wieder im gegnerischen Drittel fest und erspielte sich viele gute Torchancen. Beflügelt wurden die Oberfranken durch das 3:2 von Mudryk, der nach einem Bullygewinn eine schnelle und sehenswerte Kombination frei vor Mathis abschließen konnte. Der Freiburger Schlussmann stand längst im Fokus, während seine Vorderleute nach bestem Willen verteidigten, zeigte Mathis immer wieder starke Paraden. Die Hausherren waren mittlerweile klar überlegen, nur selten konnten die Südbadener Entlastungsangriffe fahren. Doch diese waren umso effektiver gewesen. In der 52. Minute lancerte Nikolas Linsenmaier einen Unterzahlkonter, legte die Scheibe perfekt in den Slot zum heraneilenden Jeffrey Szwez ab und der "Sir" markierte den Ausgleichstreffer. Fünf Minuten später griff der EHC nach dem Coup: Jan Kouba hatte Marko Suvelo bei seinem Alleingang keine Chance gelassen und eiskalt mit einem Handgelenkschuss zur Freiburger Führung getroffen!

Dank einer perfekten Chancenverwertung lagen die Südbadener in der Schlussphase wieder vorne. Doch dann demonstrierte Selb seine Qualitäten als Top-Team. In der 59. Minute dauerte es in einer Überzahl ganze acht Sekunden, ehe die Gastgeber dank einer Direktabnahme ihres Kapitäns Christopher Schadewaldt das 4:4 bejubeln durften. Das Remis und zumindest einen Zähler sicherte sich der EHC aber bis zur Schlusssirene. Die Verlängerung verlief relativ ausgeglichen, die beste Möglichkeit machte Mathis mit einer tollen Parade zunichte und ermöglichte seiner Mannschaft die Entscheidung im Penaltyschießen. Hierbei hatten die Selber das glücklichere Händchen: Während Martin Jenacek und Jeffrey Szwez auf Freiburger Seite scheiterten, machten Kyle Piwowarczyk und Jared Mudryk den Sieg der Oberfranken perfekt.

Dennoch war es ein guter Auftritt des Aufsteigers bei den heimstarken Selber Wölfen (dort hatten zuvor erst drei Teams punkten können). Taktisch diszipliniert und spielerisch ansprechend agierten die Gäste beim Tabellendritten, das Penalty Killing funktionierte gut und zwei Drittel war man absolut gleichwertig gewesen. Erst im letzten Abschnitt waren die Hausherren überlegen gewesen, doch hielt der EHC mit vollem Einsatz nicht nur dagegen, sondern schnupperte dank einer starken Chancenverwertung auch am Sieg. Letztlich war die Punkteverteilung anhand des Spielverlaufs verdient, angesichts des späten Ausgleichs für die Freiburger Equipe aber auch unglücklich gewesen. In der Oberliga Süd rangieren die Südbadener weiterhin auf dem sechsten Platz, das nächste Heimspiel wartet am kommenden Freitag gegen den Meister aus Bad Tölz.


Aufstellung EHC Freiburg

Tor: Fabian Hönkhaus, Christoph Mathis
Abwehr: Alexander Brückmann, Lutz Kästle, Toni Klante, Timo Linsenmaier, Dennis Meyer, Jan Nemecek, Robert Peleikis
Sturm: Anton Bauer, Jonas Falb, Martin Jenacek, Jan Kouba, Tobias Kunz, Nikolas Linsenmaier, Philip Rießle, Enrico Saccomani, Mike Soccio, Jeffrey Szwez, Patrick Vozar

Es fehlten: Steven Billich, Michael Frank, Benjamin Stehle


Statistik

Selber Wölfe - EHC Freiburg 5:4 n.P. (1:1, 1:1, 2:2, 0:0)

0:1 (10:15) Vozar (Kunz, Jenacek)
1:1 (15:12) Piwowarczyk (Mudryk, Jeschke)
2:1 (32:34) Lehmann (Schütt, Hördler)
2:2 (35:40) N. Linsenmaier (Nemecek, Szwez) 5-4
3:2 (42:56) Mudryk (Piwowarczyk, Schadewaldt)
3:3 (51:54) Szwez (N. Linsenmaier) 4-5
3:4 (56:37) Kouba
4:4 (58:35) Schadewaldt (Mudryk, Piwowarczyk) 5-4
5:4 PEN Piwowarczyk

Strafen: Selb 8 - Freiburg 10
Schiedsrichter: Göran Noeller (Bad Muskau)
Zuschauer: 1266

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