02.02.2013

EHC feiert 6:4-Erfolg über Selb

130202selblinse.jpgMatchwinner: Nikolas Linsenmaier (r.) gelang ein Hattrick gegen Selb. (Foto: Achim Keller)

Der EHC Freiburg hat einen weiteren wichtigen Sieg im Kampf um die Playoffs errungen. Gegen den Tabellenzweiten Selb feierte der Aufsteiger am Freitagabend einen 6:4-Erfolg und verteidigte damit seinen sechsten Tabellenplatz. Vor knapp 1250 Zuschauern in der Franz-Siegel-Halle lieferten sich die beiden "Wölfe" ein intensives und spannendes Duell.

Die personelle Situation bei den Kontrahenten gestaltete sich unterschiedlich: Auf Freiburger Seite fehlten zwar Robert Peleikis (verletzt), Enrico Saccomani (erkrankt) und Jeffrey Szwez (gesperrt), dennoch konnten nahezu vier Angriffsreihen aufgeboten werden. Auf Selber Seite jedoch fehlten vier Stammspieler, darunter Abwehrkapitän Christopher Schadewaldt (verletzt) sowie Wirbelwind Jared Mudryk, der in Oberfranken den Vaterfreuden entgegenblickt. Zwar standen somit nur 14 Feldspieler im Kader der Gäste, allerdings war dies nicht gleichbedeutend mit einer leichten Aufgabe für den EHC.

Die Partie begann derweil verheißungsvoll für die Hausherren, in einer frühen Überzahl traf Tobias Kunz zum 1:0. Die Antwort der Oberfranken ließ aber ganze 87 Sekunden warten, bei einer angezeigten Strafe brachte Florian Heinzmann - derzeit eigentlich in der zweiten Selber Mannschaft aktiv - einen Nachschuss zum Ausgleich über die Linie. Ein munterer Start in das Duell der Wölfe. Für beide Teams boten sich im ersten Drittel einige Powerplay-Möglichkeiten, gerade die Gäste stellten hierbei ihre Qualitäten unter Beweis. Mit hohem Einsatz stemmte sich das Freiburger Penalty Killing aber erfolgreich dagegen. Zudem bot Christoph Mathis eine starke Leistung, verhinderte mit einer tollen Schonerparade einen Rückstand. Sein Gegenüber Marko Suvelo stand dem im ersten Abschnitt in nichts nach und verwehrte Kunz, der frei vor dem gegnerischen Tor zum Abschluss kam, seinen zweiten Treffer.

Im Mitteldrittel erwischten die Oberfranken den besseren Start, zweimal spielten sie in Überzahl und nutzten eine Gelegenheit auch zur Führung. Nikolaus Meier hatte mit einem verdeckten Schlenzer getroffen. Selb erhielt dadurch Auftrieb und war nun die gefährlichere Mannschaft, der Tabellenzweite näherte sich dem 1:3. Doch Mathis und Fortuna - ein Abschluss der Gäste landete an der Latte - wussten dies zu verhindern. Dafür schlug der EHC unmittelbar danach zu: Nikolas Linsenmaier suchte bei einem schnellen Gegenangriff den Zug zum Tor, tanzte seinen Gegenspieler aus und netzte in den Winkel zum Ausgleich ein. Die Partie war nicht nur auf dem Tableau, sondern auch auf dem Eis wieder ausgeglichen. Scheiterte Kyle Piwowarczyk mit einem Alleingang an Mathis, fand auf der Gegenseite Martin Jenacek in Suvelo seinen Meister. So blieb es auch bei der zweiten Sirene bei einem spannenden und völlig offenen Match.

Auch der dritte Abschnitt blieb hart umkämpft, der EHC aber nutzte nun seine Chancen konsequent aus. In der 47. Minute war Juraj Faith noch an Suvelo gescheitert, den Abpraller setzte aber Michael Frank in die Maschen. Die Hausherren lagen wieder vorne und legten kontinuierlich nach. Niko Linsenmaier setzte sich im Angriffsdrittel willensstark durch, zog energisch in den Slot und schob die Scheibe unter Suvelo zum 4:2 ins Tor. Die Reaktion der Gäste ließ nicht lange auf sich warten, Selb versuchte umgehend Druck aufzubauen. Das öffnete Räume für die Südbadener: Benjamin Stehle kam bei einem Konter frei vor Suvelo zum Abschluss, doch der Deutsch-Finne parierte noch einmal. Zwei Minuten später zappelte der Puck aber zum fünften Mal im Selber Netz. Niko Linsenmaier hatte Suvelo mit einem Hammer aus der neutralen Zone düpiert - Hattrick für den jungen Angreifer!

Freiburg lag komfortabel mit 5:2 vorne, Suvelo räumte seinen Platz für Backup-Goalie Manuel Kümpel. Und der wurde gleich geprüft, Tobias Kunz legte bei einem 2auf1-Konter quer auf Martin Jenacek ab, doch wehrte Kümpel dessen Schuss stark mit dem Schoner ab. Geschlagen geben wollte sich der Tabellenzweite ohnehin noch lange nicht. In der 56. Minute kamen die Oberfranken dank eines tollen Powerplay-Treffers von Herbert Geisberger wieder heran. Wenn notwendig, legte der EHC aber nach. Nach einer wunderbaren Passstaffette verfehlte Jan Kouba in Überzahl am langen Pfosten das halbleere Tor, doch eine Sekunde nach Ablauf der Strafe erhöhte Juraj Faith auf 6:3. Deckel drauf? Nein, noch nicht. Nun agierten die Gastgeber etwas unkonzentriert und ermöglichten den Oberfranken den vierten Treffer, diesmal war Kyle Piwowarczyk erfolgreich gewesen. So versuchten die Gäste in der Schlussminute mit sechs Feldspielern den Anschluss, aber den Sieg ließ sich Freiburg nicht mehr nehmen.

In einem spannenden und kurzweiligen Duell hatte der Aufsteiger letztlich verdient gewonnen, während den ersatzgeschwächten Oberfranken der Sprung an die Tabellenspitze verwehrt wurde. Der EHC zeigte einmal mehr eine geschlossene Mannschaftsleistung und war in den entscheidenden Situationen das effektivere Team gewesen. Zugleich merkte man Selb im letzten Drittel den Kräfteverschleiß des kleinen Aufgebots an, obgleich die Gäste bis zum Ende um ihre Chance kämpften. Abgerundet wurde der Eishockeyabend durch eine grandiose Stimmung in der Franz-Siegel-Halle, immer wieder trieben die Fans ihre Mannschaft nach vorne und zum Erfolg. Nun wartet eine zweiwöchige Pause auf den EHC: Am Sonntag ist man in der Oberliga spielfrei, nächste Woche finden durch die Länderspielpause keine anderen Partien statt. Ins Spielgeschehen greift Freiburg am 15. Februar in Peiting wieder ein, das nächste Heimspiel findet am 17. Februar gegen den direkten Konkurrenten Deggendorf statt.


Aufstellung EHC Freiburg

Tor: Fabian Hönkhaus, Christoph Mathis
Abwehr: Alexander Brückmann, Michael Frank, Lutz Kästle, Toni Klante, Timo Linsenmaier, Dennis Meyer
Sturm: Anton Bauer, Jonas Falb, Juraj Faith, Jan Kouba, Tobias Kunz, Martin Jenacek, Nikolas Linsenmaier, Philip Rießle, Mike Soccio, Benjamin Stehle, Patrick Vozar

Es fehlten: Steven Billich, Robert Peleikis, Enrico Saccomani, Jeffrey Szwez


Statistik

EHC Freiburg - Selber Wölfe 6:4 (1:1, 1:1, 4:2)

1:0 (02:30) Kunz (Jenacek) 5-4
1:1 (03:57) Heinzmann (Jeschke, Hendrikson) 5-4
1:2 (24:12) Meier (Piwowarczyk, Heilman) 5-4
2:2 (28:24) N. Linsenmaier (Firsanov, Faith)
3:2 (46:15) Frank (Faith, N. Linsenmaier)
4:2 (49:10) N. Linsenmaier (Brückmann, Firsanov)
5:2 (51:51) N. Linsenmaier (Meyer, T. Linsenmaier)
5:3 (55:21) Geisberger (Meier, Jeschke) 5-4
6:3 (57:54) Faith (N. Linsenmaier, Kunz)
6:4 (58:29) Piwowarczyk (Geisberger, Jeschke)

Strafen: Freiburg 16 + 10 (Firsanov) - Selb 18 + 10 (Meier) + 10 (Heilman)
Schiedsrichter: Geoffrey Barcelo (Salzgitter)
Zuschauer: 1243

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