19.01.2013

Blamabler Auftritt: 0:7-Klatsche in Grafing

121230klosterseepse.jpgSchon wieder durfte nur der Gegner jubeln. (Foto: Patrick Seeger)

Der EHC Freiburg wartet weiter auf ein erlösendes Erfolgserlebnis. Am Freitagabend lieferte der Aufsteiger eine erschreckend schwache Leistung in Grafing ab und blieb zum dritten Mal in Folge ohne eigenen Treffer. Dafür setzte es eine derbe 0:7-Klatsche beim EHC Klostersee.

In den ersten zehn Minuten sah es dabei noch nicht einmal nach solch einer Abfuhr aus. Die Südbadener begegneten dem Tabellenfünften auf Augenhöhe, agierten defensiv diszipliniert und waren läuferisch ebenbürtig. Zudem verzeichneten die Gäste die besseren Torchancen: Alexander Brückmann zimmerte die Scheibe in der dritten Minute an den Pfosten, in der neunten Minute scheiterte Martin Jenacek nur knapp an Grafings Goalie Martin Morczinietz. Wenn man einen Wendepunkt suchen möchte, dann bietet sich vielleicht eine Strafe an. Doch nicht etwa gegen Freiburg, sondern gegen Klostersee. Zwei Minuten Überzahl vergingen ohne jeglichen Torschuss, im gegnerischen Drittel festsetzen konnten sich die Südbadener ohnehin nicht. Eine desaströse Überzahl auf Freiburger Seite, während es die Hausherren sogleich viel besser machen sollten. Patrick Cullen durfte einmal durchs halbe Angriffsdrittel fahren, wurde auf seinem Weg in den Slot nicht aufgehalten und netzte zur Grafinger Führung ein.

Welche Bedeutung die Special Teams haben können, zeigte sich auch in der Folge äußerst eindrucksvoll. Ein weiteres Powerplay der Gäste blieb ohne Gefahr, dafür bogen die Rot-Weißen auf die Siegerstraße ein. Erst nutzte Michael Dorr eine doppelte Überzahl kurz vor der Pause, dann legte Cullen unmittelbar nach Wiederbeginn das dritte Powerplay-Tor im dritten Versuch nach. 0:3 aus Sicht der Südbadener, die ihre Linie nun komplett verlieren sollten. Gert Acker und Max Kaltenhauser erhöhten schnell auf 0:5, worauf Christoph Mathis erlöst wurde und Fabian Hönkhaus zwischen die Pfosten rückte. Der junge EHC-Schlussmann war in der 32. Minute sogleich ohne jegliche Chance gewesen, als Cullen seinen Hattrick mit einem Shorthander sehenswerter Art vollendete: Bei seinem Schuss ins Kreuzeck passte nichts mehr zwischen Scheibe und Metall. Offensive Aktionen der Freiburger Equipe waren Mangelware, die beste Möglichkeit auf den Ehrentreffer hatte Timo Linsenmaier in Überzahl. Im Schlussabschnitt änderte sich am Geschehen recht wenig: Klostersee hatte die Partie fest im Griff, während Freiburg nur wenig Konstruktives zusammenbrachte. Nennenswerte Torchancen gab es auf Seiten der Gäste folglich kaum. So durften die Grafinger den Schlusspunkt in einem einseitigen Oberliga-Spiel setzen: Maximilian Vollmayer markierte in der 51. Minute den 0:7-Endstand.

Eine auch in der Höhe verdiente, derbe Niederlage für den EHC Freiburg. Nach gutem Beginn schlitterten die Südbadener zielsicher in ihr Verderben, verließen ihre läuferische und disziplinierte Linie und präsentierten sich in den Special Teams desaströs. Während der EHC Klostersee drei seiner sechs Powerplays zu nutzen wusste und sogar noch ein Unterzahltor nachlegte, war das südbadische Überzahlspiel alles, nur nicht gefährlich. Sieben Powerplays verstrichen meist ohne wirkliche Torchancen. Die Fehler begannen schon im Aufbau und selbst in den Momenten, in denen man seine Formation aufstellen konnte, fehlten meist jegliche Bewegung und schnelles Passspiel. Zudem wirkte der Slot wie eine verbotene Zone, so dass Freiburg einmal mehr den dringend notwendigen Zug zum Tor vermissen ließ und offensiv äußerst harmlos blieb. Zwar lieferten die Hausherren natürlich eine gute Leistung ab, doch trugen die Südbadener einen gehörigen Teil zum Grafinger Sturmlauf bei. Eine enorme Leistungssteigerung und konzentrierte, disziplinierte Leistung muss der EHC Freiburg am Sonntag abrufen, will man im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Regensburg (Spielbeginn 18:30 Uhr) eine Chance auf einen Punktgewinn haben.


Am Rande der Bande
Es gibt Vereinsrekorde, die feiert man. Es gibt aber auch Bestmarken, die man nicht unbedingt zelebrieren kann. So blieb der EHC Freiburg in seiner Historie erstmals in drei Spielen hintereinander ohne eigenen Torerfolg. Es war einst im Oktober 2000, als die Südbadener 152 Minuten und 41 Sekunden lang auf einen Treffer warten mussten. Heuer dauert die neue Rekord-Flaute bereits 188 Minuten und 23 Sekunden, letztmals zappelte die Scheibe beim Auswärtsspiel in Selb im gegnerischen Netz.


Aufstellung EHC Freiburg

Tor: Fabian Hönkhaus, Christoph Mathis
Abwehr: Alexander Brückmann, Michael Frank, Lutz Kästle, Toni Klante, Dennis Meyer, Jan Nemecek
Sturm: Jonas Falb, Konstantin Firsanov, Jan Kouba, Martin Jenacek, Nikolas Linsenmaier, Timo Linsenmaier, Philip Rießle, Enrico Saccomani, Jeffrey Szwez, Patrick Vozar

Es fehlten: Anton Bauer, Steven Billich, Tobias Kunz, Robert Peleikis, Mike Soccio, Benjamin Stehle


Statistik

EHC Klostersee - EHC Freiburg 7:0 (2:0, 4:0, 1:0)

1:0 (14:09) Cullen (Dorr, Bergmann) 5-4
2:0 (19:08) Dorr (Bergmann, Paderhuber) 5-3
3:0 (20:38) Cullen (Dorr, Paderhuber) 5-4
4:0 (27:32) Acker (Scharpf, Kaltenhauser)
5:0 (29:26) Kaltenhauser (Scharpf, N. Quinlan)
6:0 (31:53) Cullen (Dorr, Bergmann) 4-5
7:0 (50:38) Vollmayer (Cullen, Dorr)

Strafen: Klostersee 20 - Freiburg 18
Schiedsrichter: Adam Niedojek (München)
Zuschauer: 496

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